Ehem Freileitungsumspannstelle, jetzt NABU-Schutzgebiet "Tierhotel"
Highlights
- Aus einer ehemaligen Freileitungsumspannstelle entstand ein NABU-Schutzgebiet mit Brutraum für Waldkäuze statt Schleiereulen.
- Kosten sparten sich durch Dachsanierung: Buntsandstein-Erneuerung entfiel nach Begutachtung als unnötig.
Eigenschaften
Natur-Schutzgebiet Kirchbrak: Ehemalige Freileitungsumspannstelle als Tierhotel
In Kirchbrak befindet sich ein besonderes Naturschutzprojekt: das ehemalige Freileitungsumspannwerk, das heute als NABU-Schutzgebiet „Tierhotel“ dient. Ursprünglich als Brutraum für Schleiereulen geplant, wurde das Gebäude mehrfach von Waldkäuzen besiedelt und bietet nun ein geschütztes Refugium für seltene Vogelarten. Die historische Bausubstanz mit ihrem Buntsandsteindach wurde nach einer Begutachtung durch die Dachdeckerfirma nicht vollständig erneuert, was die Kosten deutlich senkte und gleichzeitig die natürliche Struktur für die Tiere erhalten blieb.
Das Schutzgebiet ist ein lebendiges Beispiel für gelungenen Artenschutz im Landkreis Holzminden. Durch die Umnutzung eines technischen Bauwerks entstand ein ökologischer Hotspot, der nicht nur Vögeln, sondern auch anderen Tierarten wie Insekten und Kleinsäugern als Lebensraum dient. Besonders die Kombination aus altem Mauerwerk und der offenen Bauweise schafft ideale Bedingungen für Höhlenbrüter und nachtaktive Arten. Die NABU-Kreisgruppe setzt sich seit Jahrzehnten für den Erhalt solcher Biotope ein und zeigt damit, wie technische Altlasten durch kreativen Naturschutz neue Lebensräume schaffen können.
Das „Tierhotel“ ist Teil eines größeren Engagements des NABU im Landkreis, der sich seit 1979 für den Schutz von Natur und Landschaft einsetzt. Ähnliche Projekte wie die Beobachtungshütte am Kiesteich Heinsen oder die Waldflächen im Solling belegen die langjährige Expertise der Naturschützer. Durch Kooperationen mit Landesforsten, Naturschutzbehörden und lokalen Initiativen gelingt es, seltene Arten wie die im Solling bedrohte Pflanze zu bewahren. Auch die Arbeit mit der NAJU-Jugendgruppe zeigt, dass der Naturschutz im Landkreis lebendig bleibt und neue Generationen für die Bedeutung von Schutzgebieten begeistert.
Besucher können das „Tierhotel“ als Beispiel für gelungenen Artenschutz erleben – ein Ort, an dem Technik und Natur harmonisch zusammenwirken. Die offene Bauweise und die historische Substanz machen es zu einem faszinierenden Beispiel dafür, wie aus einem ehemaligen Industriebau ein wertvolles Refugium für die heimische Fauna wird. Wer sich für Vogelbeobachtung oder ökologische Umnutzungen interessiert, findet hier einen einzigartigen Anknüpfungspunkt für die regionale Naturschutzarbeit.