Mariä Himmelfahrt
Eigenschaften
Über Mariä Himmelfahrt
Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Kirchheim am Ries ist ein geschichtsträchtiges Sakralgebäude im Osten Baden-Württembergs. Ursprünglich als Kirche eines Zisterzienserinnenklosters erbaut, zählt sie heute zu den bedeutenden Kultur- und Ausflugszielen der Region. Die gotische Grundstruktur des Bauwerks wurde im Laufe der Jahrhunderte barock umgestaltet, was sich besonders im reich verzierten Stuck des Innengewölbes niederschlägt. Die Kirche beherbergt wertvolle Epitaphien der Grafen von Oettingen sowie gotische Wandmalereien und Skulpturen, die bis heute erhalten geblieben sind.
Die Gründung des Klosters geht auf eine Legende zurück, wonach Graf Ludwig III. von Oettingen nach einem Jagdunfall in sumpfigem Gelände durch ein Gelübde errettet wurde, an dieser Stelle ein Kloster zu errichten. Bereits im Mittelalter entwickelte sich die Anlage zu einer bedeutenden geistlichen Stätte mit zahlreichen Nonnen und umfangreichen Besitzungen. Die Kirche blieb trotz der Reformation katholisch und unterstand verschiedenen Schutzbriefen, die ihre Unabhängigkeit sicherten. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster aufgelöst, die Gebäude gingen an verschiedene Fürstenhäuser über, ehe sie letztendlich dem Königreich Württemberg zugeschlagen wurden.
Die Architektur der Kirche folgt dem typischen Baustil der Zisterzienser: schlicht und funktional gehalten, ohne prunkvollen Turm, jedoch mit einem bescheidenen Dachreiter an der Westfassade. Die Außenwände gliedern schmale Spitzbogenfenster und Strebepfeiler, die das Gebäude stilistisch der Gotik zuordnen. Im Inneren überzeugt die Kirche mit einem beeindruckenden Kreuzrippengewölbe, dessen westliche Joche mit barockem Stuckdekoration geschmückt sind. Diese kunstvolle Ausstattung stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und wird dem Stuckateur Hans Georg Vogl aus der Wessobrunner Schule zugeschrieben.
Besondere Sehenswürdigkeiten im Innenraum sind die im Chor angebrachten Epitaphien der Äbtissinnen und der Grafen von Oettingen, die über einen langen Zeitraum hier bestattet wurden. Diese Gedenktafeln zeugen von der engen Verbindung zwischen dem Adelsgeschlecht und dem Kloster. Die Kirche blieb nach der Auflösung des Zisterzienserinnenklosters erhalten und wird seit dem 19. Jahrhundert als Pfarrkirche genutzt. In den 1990er Jahren erfolgten umfassende Restaurierungsarbeiten sowohl am Äußeren als auch am Inneren des Gebäudes, um den historischen Glanz der Sakralbauten zu bewahren.
Heute lädt die Kirche Mariä Himmelfahrt mit ihrer einzigartigen Atmosphäre, ihrem kulturellen Erbe und der ruhigen Lage im malerischen Kirchheim am Ries zu einem Besuch ein. Besucher berichten von einer besonderen Stille und Würde, die den Geist der einstigen Klosterzeit noch spürbar machen. Mit einem durchschnittlichen Bewertung von 4,3 von 5 Sternen bei zahlreichen positiven Bewertungen gilt sie als lohnendes Ausflugsziel für alle, die sich für sakrale Architektur und Regionalgeschichte interessieren.