Denkmal/Gedenkstätte

Römische Villa Urbana

54340 Longuich

Highlights

  • Römische Villa Urbana in Longuich wurde um 110x28 Meter groß und beherbergte eine prächtige Badeanlage.
  • Die Villa entstand Ende des 2. Jhs. n. Chr. auf einer älteren Siedlung vom Typ Bollendorf.
  • Archäologische Funde umfassen Marmor, Wandmalereien, Glasmosaik und einen spätrömischen Sarkophag.

Tipps

  • Die Ruine ist etwa 600 Meter südwestlich der Kirche in Longuich zu Fuß erreichbar.
  • Führungen finden nur sonntags statt und ermöglichen den Zugang zum Inneren der Villa.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders bei Wanderungen oder Radtouren in der Region.

Eigenschaften

Parkplatz vorhanden Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Römische Villa Urbana

Die Römische Villa Urbana in Longuich zählt zu den bedeutenden archäologischen Fundstellen der Region Trier und bietet Einblicke in das Leben der römischen Oberschicht am südwestlichen Rand des damaligen Imperiums. Etwa 600 Meter südwestlich der Ortskirche, am Fuße eines südostausgerichteten Hanges, wurde im Rahmen von Flurbereinigungsmaßnahmen in den 1980er Jahren der östliche Teil einer einst ausgedehnten Villa erschlossen. Die Anlage, die ursprünglich etwa 110 Meter breit und 28 Meter tief war, entstand im 2. Jahrhundert nach Christus an der Stelle einer älteren Villa rustica.

Die erhaltenen Strukturen gehören überwiegend zur Badeanlage der Villa. Dazu zählen das nahezu vollständig erhaltene Kaltbad (Frigidarium) mit seiner originalen Wanne sowie eine beheizbare Wanne des Heißbades (Caldarium). Weitere Elemente sind Reste einer Fußbodenheizung (Hypokaustum) und einer Wandheizung (Tubuli), die den hohen technischen Standard der römischen Baudenkmäler verdeutlichen. Auch eine antike Latrine mit zugehöriger Abflussrinne wurde freigelegt. Farbige Wandreste, Marmorverkleidungen und Fragmente von Glasmosaiken deuten auf eine prunkvolle Ausstattung hin, die mit einer palastartigen Wohnkultur in Verbindung gebracht wird.

Die Villa blieb nicht unberührt von den Wirren der Spätantike. Sie scheint Mitte des 4. Jahrhunderts bei Germaneneinfällen zerstört worden zu sein. Östlich der Fundstelle ist zudem ein spätrömischer Sarkophag aufgestellt, der bei Arbeiten in der Nähe entdeckt wurde. In ihm fanden sich die Überreste einer um 1,60 Meter großen jugendlichen Person sowie eine gläserne Trichterhalsflasche aus dem gleichen Zeitraum. Die archäologischen Arbeiten und die Erhaltung der Anlage wurden vom Rheinischen Landesmuseum Trier begleitet und dokumentiert.

Die Stätte ist ein ruhiger Ort, der sich besonders für kurze Pausen während Wanderungen oder Radtouren eignet. Die Atmosphäre des Ortes wird von der Abgeschiedenheit und der historischen Authentizität geprägt. Führungen durch das Gelände finden in der Regel nur sonntags statt, wodurch Besucher die Möglichkeit erhalten, auch den innenliegenden Bereich der Anlage zu betreten und mehr über die römische Lebenswelt zu erfahren.

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