Denkmal/Gedenkstätte

Poppostein

24885 Sieverstedt

Highlights

  • Der Poppostein ist ein Jungsteinzeit-Hünengrab der Trichterbecherkultur bei Sieverstedt.
  • Die Anlage war früher von einem Erdhügel bedeckt und zählt heute zu den Megalithanlagen in Schleswig-Holstein.

Tipps

  • Der Poppostein ist über einen ausgeschilderten Weg von ca. 300 Metern vom Parkplatz aus zu erreichen.
  • Die Sehenswürdigkeit eignet sich besonders für Interessierte an Jungsteinzeitkultur und Archäologie.
  • Informationsschilder vor Ort bieten Einblicke in die Geschichte und Bedeutung des Megalithgrabes.

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Über Poppostein

Der Poppostein ist eine bedeutende archäologische Sehenswürdigkeit in der Gemeinde Sieverstedt im Kreis Schleswig-Flensburg. Diese Megalithanlage der Trichterbecherkultur zählt zu den ältesten Bauwerken der Region und entstand vermutlich zwischen der Mitte des 4. und der 3. Jahrtausends vor Christus. Ursprünglich von einem Erdhügel überdeckt, liegt die rund 2,4 Meter lange Anlage heute offen zugänglich da und gewährt Einblicke in die vorchristliche Vergangenheit Norddeutschlands. Die Konstruktion besteht aus mehreren Trägersteinen, die eine Kammer bilden, die nach Süden hin offen ist. Der auffälligste Teil ist der noch erhaltene Deckstein aus Granit, der den Namen des Steins trägt.

Auf diesem Deckstein befinden sich siebzehn kleine eingeriebene Eintiefungen, die als Schalensteine bezeichnet werden. Diese wurden vermutlich im Zuge kultischer oder ritueller Handlungen geschaffen. Einige Forscher sehen darin Spuren heilkundiger Praktiken, da der verwendete Granit besondere chemische Eigenschaften aufweist. Die Schalen könnten auch bei Brauchtümern wie der Erzeugung von Feuer mit einem sogenannten Eheschwert eine Rolle gespielt haben, was auf eine symbolische Verbindung zu Fruchtbarkeit und Gemeinschaft hinweist. Die Deutung der Eintiefungen bleibt bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen.

Die Namensgebung des Popposteins ist umstritten. Häufig wird die Sage vom Schleswiger Bischof Poppo herangezogen, der hier im 10. Jahrhundert angeblich Heiden getauft haben soll, darunter sogar den dänischen König Harald Blauzahn. Historiker bezweifeln jedoch den Wahrheitsgehalt dieser Erzählung. Sprachwissenschaftliche Analysen deuten darauf hin, dass der Name von „Poppensteen“ abstammt – abgeleitet von „Poppe“, was im Niederdeutschen Kind oder Puppe bedeutet. Allerdings spricht die historische Sprachlage der Region eher für eine dänische Herkunft des Ortsnamens, was die Deutung erschwert.

Der Poppostein war nicht nur ein Grabmal, sondern vermutlich auch ein wichtiger Versammlungsplatz in vorchristlicher Zeit. Es wird angenommen, dass hier ein Thing des Istedsyssels stattgefunden hat, an dem Vertreter verschiedener Hardes (Kleinbezirke) zusammentraten. In unmittelbarer Nähe befand sich früher ein Gasthaus, was die Nutzung als zentrale Begegnungsstätte untermauert. Diese Funktion machte den Ort auch später zur geeigneten Stätte für die Christianisierung der Bevölkerung.

Heute ist der Poppostein über einen ausgeschilderten Weg von etwa 300 Metern abseits der L317 zu erreichen. Die Anlage ist nicht vollständig barrierefrei, da der Zugang über Treppen und einen unebenen Pfad erfolgt. Dennoch bietet sie einen faszinierenden Einblick in die Kultur der Jungsteinzeit und zieht sowohl Archäologieinteressierte als auch Kulturbegeisterte an. Umgeben von sechs Grenzsteinen mit dem Wappen des dänischen Königs Friedrich VII., steht der Poppostein als Zeuge einer tiefgreifenden Vergangenheit im schleswigschen Geestland.

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