St. Michael
Highlights
- St. Michael in Hausen ist eines der ältesten Kirchengebäude des Ortes und wurde nach 200 Jahren grundsaniert (ab 1903).
- Der barocke Hochaltar mit spätgotischem Schnitzaltar (Leihgabe im Diözesanmuseum Würzburg) prägt den Chorraum.
- Die 1754 erbaute Muttergottes-Kapelle auf dem Berg markiert die wirtschaftliche Erholung nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Tipps
- Der barocke Hochaltar im Chorraum zeigt neobarocke Ergänzungen aus der Renovierung von 1903 und trägt Züge der ursprünglichen Ausstattung.
- Das Deckengemälde im Chor stellt die Heiligste Dreifaltigkeit dar und wird von vier weiteren Bildern flankiert, die Frankenapostel und einen Würzburger Bischof zeigen.
- Die spätgotische Schnitzarbeit aus fränkischem Besitz befindet sich als Leihgabe im Diözesanmuseum Würzburg und ist nicht dauerhaft vor Ort ausgestellt.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales in St. Michael Hausen
Die St. Michael-Kirche in Hausen zählt zu den ältesten Sakralbauten der Region und vereint in ihrem Inneren faszinierende Spuren verschiedener Epochen. Ursprünglich als barocke Kirche errichtet, wurde sie nach rund zweihundert Jahren grundlegend saniert und seitdem mehrfach renoviert. Besonders prägend ist der Kontrast zwischen dem neobarocken Kirchenraum und den erhaltenen Resten der historischen Bausubstanz. Der achteckige Innenraum verbindet moderne Lichtgestaltung mit dem traditionellen Chorbogen und dem dahinterliegenden Chor, der noch immer die Züge der barocken Ausstattung trägt.
Ein Highlight der Kirche ist der Hochaltar, der im Chorraum thront und von Deckengemälden umgeben ist. Diese zeigen die Heiligste Dreifaltigkeit in einer Engelsglorie sowie die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan sowie den heiligen Würzburger Bischof Burkhard. Interessanterweise stammen die Gemälde nicht aus dem 18. Jahrhundert, sondern sind vermutlich Übermalungen älterer barocker Originale. Seitlich des Chorbogens flankieren zwei spätbarocke Altäre den Raum – darunter der Marienaltar aus Holz und Stuckmarmor. Ein moderner Zelebrationsaltar und ein barocker Taufstein aus Mainsandstein in Kelchform runden die Ausstattung ab.
Besonders beeindruckend ist die Barockkanzel an der Nordseite des Kirchenraums, die als bedeutendstes Ausstattungsstück gilt. Sie steht in direktem Kontrast zum modernen Kirchenschiff und verweist auf die lange Geschichte des Gotteshauses. Ein weiteres historisches Juwel ist die spätgotische Schnitzarbeit, die einst Teil der Ausstattung war: Dieses wertvolle fränkische Kunstwerk befindet sich heute als Leihgabe im Diözesanmuseum Würzburg. Die Kirche selbst entstand nach dem Dreißigjährigen Krieg als Zeichen des Wiederaufbaus – erst ein Jahrhundert später wurde die Kaplanei in Hausen offiziell eingerichtet, während die Pfarrgemeinde von Kleinwallstadt die Seelsorge übernahm.
Neben ihrer architektonischen und kunsthistorischen Bedeutung ist die St. Michael-Kirche auch ein Ort der Gemeinschaft. Die Pfarrei engagiert sich in der Erwachsenenpastoral, unterstützt Männer in ihrer spirituellen Entwicklung und fördert durch die Caritas soziale Projekte in Unterfranken. Besonders hervorgehoben wird die langjährige Partnerschaft mit der Fundación Obispo Angelelli in Córdoba, Argentinien, die seit Jahrzehnten armen Menschen vor Ort hilft – etwa durch Bildungsstipendien, medizinische Versorgung oder Unterstützung von Flüchtlingen. Diese Verbindung unterstreicht den globalen Blick der Gemeinde und ihre Verbindung zu anderen Regionen.
Die St. Michael-Kirche in Hausen ist somit nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch ein lebendiger Ort des Glaubens und der Nächstenliebe. Ihre Mischung aus barocker Pracht, gotischen Spuren und moderner Gestaltung macht sie zu einem einzigartigen Zeugnis regionaler Kirchenbaugeschichte – ein Ort, der zum Verweilen und Staunen einlädt.