Großsteingräber bei Immekath
Highlights
- Die Großsteingräber bei Ristedt gehörten zur Tiefstichkeramikkultur der Jungsteinzeit.
- Nur ein Grab ist heute noch erhalten, die anderen wurden im 19. Jahrhundert zerstört.
- Das erhaltene Grab liegt westlich von Ristedt im Forst, gut über einen Waldweg erreichbar.
Tipps
- Das erhaltene Großsteingrab liegt westlich von Ristedt im Wald und ist über einen Waldweg erreichbar.
- Weitere Großsteingräber befinden sich in der Nähe, unter anderem bei Immekath, etwa 1,1 km südöstlich.
- Der Weg dorthin führt durch einen schönen Wald, lohnt sich aber für einen kurzen Spaziergang.
Eigenschaften
Über Großsteingräber bei Immekath
Die Großsteingräber bei Immekath befinden sich im Waldgebiet westlich der Ortschaft Ristedt im Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt. Ursprünglich zählte die Region mindestens sechs megalithische Grabanlagen der jungsteinzeitlichen Tiefstichkeramikkultur. Heute ist lediglich eine einzelne Anlage erhalten, während die übrigen im 19. Jahrhundert zerstört wurden. Die archäologischen Fundstellen liegen abseits der bebauten Gebiete, umgeben vom Forst und über Waldwege erreichbar. In unmittelbarer Nähe befinden sich zudem die Großsteingräber bei Immekath im Südosten sowie die Anlage bei Tangeln im Nordwesten.
Das erhaltene Grab ist durch eine deutlich sichtbare Hügelschüttung gekennzeichnet, die eine ovale Form aufweist und ost-westlich ausgerichtet ist. Die Abmessungen betragen etwa 16 Meter Länge, 12 Meter Breite und eine Höhe von knapp einem Meter. Ein einzelner Wandstein der ehemaligen Grabkammer ist ebenfalls noch vorhanden. Er ist etwa 1,3 Meter hoch, weist eine glatte Innenseite auf und zeigt eine rötliche Färbung. Nach Aussagen von Anwohnern sollen bis in die 1960er Jahre weitere Steine an der Stelle zu finden gewesen sein, die inzwischen verschwunden sind. Die genaue wissenschaftliche Erfassung der Anlage erfolgte erst im Jahr 2007.
Die übrigen Großsteingräber des Fundkomplexes sind heute nicht mehr erhalten. Das Grab mit der Nummer KS 162 wurde erstmals 1843 dokumentiert und wies eine steinerne Umfassung sowie eine Kammer von 9,4 Metern Länge und 3,1 Metern Breite auf. Möglicherweise handelte es sich um einen Großdolmen oder ein Ganggrab. Grab KS 163 verfügte über ein ost-westlich orientiertes Hünenbett, dessen exakte Maße nicht überliefert sind. Andere Gräber der Gruppe (KS 164, KS 165, KS 166) lagen in unmittelbarer Nähe zueinander, wobei die genauen Abstände und Ausmaße nur unvollständig dokumentiert wurden. Bis in die 1890er Jahre wurde festgestellt, dass alle bis dahin bekannten Anlagen abgebaut worden waren.
Die Forschungsgeschichte der Großsteingräber reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Erste Aufzeichnungen stammen von Johann Friedrich Danneil, der fünf der sechs Gräber 1843 beschrieb. Später untersuchten Eduard Krause und Otto Schoetensack den Zustand der Fundstellen und stellten die Zerstörung der meisten Anlagen fest. Ein sechstes Grab wurde erst auf einem Messtischblatt aus dem Jahr 1902 verzeichnet. In den 1950er Jahren wurde das erhaltene Grab als potenzielles Bodendenkmal erfasst. In späteren Erhebungen wurde es zunächst übersehen, bevor es 2003–04 im Rahmen eines Projekts des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie sowie des Danneil-Museums erneut kartiert wurde.