Härtsfeld-Museumsbahn
Highlights
- Die Härtsfeld-Museumsbahn verkehrt auf einem 5,6 km langen Streckenabschnitt zwischen Neresheim und dem Härtsfeldsee.
- Sie ist eine ehemalige Schmalspurbahn, die 1901 eröffnet und 1972 stillgelegt wurde, heute aber als Museumsbahn wieder in Betrieb ist.
- Der Verein Härtsfeld-Museumsbahn e.V. wurde 1985 gegründet und hat seitdem Teilstrecken der Originaltrasse reaktiviert.
Tipps
- Die Museumsbahn verkehrt an ausgewählten Tagen; Fahrplan und Betriebstage rechtzeitig vor Reiseantritt prüfen.
- Neben der Bahnfahrt lohnt ein Besuch des Museums im ehemaligen Bahnhofsgebäude sowie Ausflüge zum nahegelegenen Härtsfeldsee.
Eigenschaften
Über Härtsfeld-Museumsbahn
Die Härtsfeld-Museumsbahn in Neresheim ist ein lebendiges Zeugnis der Eisenbahngeschichte der Region. Sie erinnert an die ehemalige Schmalspurbahn „Schättere“, die von 1901 bis 1972 das Härtsfeld auf der östlichen Schwäbischen Alb erschloss. Nach ihrer Stilllegung und vollständigen Demontage wurde die Strecke zum größten Teil überwachsen oder in Wege umgewandelt. Durch das Engagement des Härtsfeld-Museumsbahn e.V., gegründet aus dem ehemaligen Freundeskreis „Schättere“, entstand ab den 1980er Jahren ein Projekt zur Wiederbelebung der Bahn. Seit 2001 verkehrt auf einem ersten Abschnitt von drei Kilometern wieder eine Museumsbahn, ergänzt um einen weiteren Abschnitt von rund 2,6 Kilometern bis zum Härtsfeldsee, der 2021 in Betrieb genommen wurde.
Die Strecke verbindet die historische Kernstadt Neresheim mit landschaftlich reizvollen Gebieten des Härtsfelds, einer kargen Jurahochfläche, die sich östlich der Schwäbischen Alb erstreckt. Die Region ist geprägt von Trockentälern, Wacholderheiden und Karstlandschaften, darunter das Naturschutzgebiet Zwing sowie das Dossinger Tal. Die Egau, die im Stadtgebiet entspringt, versorgt das Egautal mit Wasser und mündet in den Härtsfeldsee. Die Museumsbahn bietet nicht nur eine Fahrt mit historischen Fahrzeugen, sondern ermöglicht auch einen Einblick in die Kultur- und Naturgeschichte der Umgebung. Ein besonderes Highlight ist die Benediktinerabtei Neresheim mit ihrer barocken Klosterkirche, einer der größten Hallenkirchen Süddeutschlands.
Im Bahnhofsgelände in Neresheim wurden Gleise und Weichen neu verlegt, und im ehemaligen Bahnhofsgebäude richtete der Verein ein Museum ein, in dem Exponate zur Geschichte der Bahnlinie ausgestellt sind. Die Fahrzeuge, darunter auch eine historische Dampflok aus dem Jahr 1913, wurden aufwendig restauriert und sind in Betrieb. Die Waggons sind liebevoll gestaltet und tragen zur authentischen Atmosphäre bei. Das ehrenamtliche Engagement des Vereins ist entscheidend für den Erhalt und Betrieb der Museumsbahn. Neben regulären Fahrten finden auch Sonderveranstaltungen statt, etwa an Feiertagen oder bei besonderen Jubiläen wie dem 125-jährigen Bestehen der ursprünglichen Bahn oder dem 25-jährigen Jubiläum des Museumsbetriebs.
Besucher berichten von einer gelungenen Kombination aus technischem Sachverstand, historischem Interesse und familiärer Atmosphäre. Die Dampflok und ihre Waggons sorgen für Begeisterung bei Eisenbahnfans und Familien mit Kindern gleichermaßen. Die Fahrt durch das Härtsfeld bietet neben dem historischen Erlebnis auch einen Ausblick auf eine markante Alblandschaft, die durch ihre Abgeschiedenheit und Naturnähe besticht. Obwohl es gelegentlich Herausforderungen bei der Ticketvergabe oder Parkplatzsituation gibt, wird die Fahrt als lohnenswertes Erlebnis beschrieben. Die Museumsbahn ist damit ein kultureller Anziehungspunkt im Ostalbkreis und ein Fenster in die Eisenbahngeschichte der Region.