Reitlingsbefestigungen
Eigenschaften
Über Reitlingsbefestigungen
Die Reitlingsbefestigungen befinden sich im Reitlingstal nahe Erkerode im Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen. Das Tal erstreckt sich im nordwestlichen Teil des Höhenzugs Elm und schneidet sich mehr als vier Kilometer weit in östlicher Richtung vom Elmrand aus ein. Auf den umliegenden Bergkuppen sind die Überreste frühgeschichtlicher Ringwälle erhalten, die vermutlich bis ins Mittelalter als Schutzanlagen dienten. Diese Befestigungsanlagen geben dem Tal seinen Namen, der erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt wird. Der Name leitet sich vom althochdeutschen Wort „reid“ ab, was auf Riedgras hindeutet und auf die ursprünglich sumpfige Beschaffenheit des Talgrunds verweist.
Geographisch liegt das Reitlingstal im Landschaftsschutzgebiet „Elm“. Ein Teil des Tals, insbesondere das Quellgebiet des Baches Wabe und die angrenzenden Fischteiche, ist zusätzlich als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der Talverlauf gliedert sich in mehrere Abschnitte: Das obere Talende, auch „Hölle“ genannt, ist der Ursprungsort des Baches Wabe. Westlich davon öffnet sich das Tal zu einem Talkessel, der von den Erhebungen Burgberg, Kuxberg und einem Ausläufer des Herzberges begrenzt wird. In diesem Bereich befindet sich der Große Teich, ein ehemaliger Mittelalterwasserburgsstandort, heute beherbergt ein Weidehof mit Pferdeställen das Gelände.
Geologisch entstand das Tal durch die spezifische Schichtung des Untergrunds. Während die umliegenden Erhebungen aus widerstandsfähigem Muschelkalk bestehen, liegt der Talgrund im weicheren Buntsandstein. Diese Unterschiede führten zur Ausbildung des Tales durch Erosion, wobei die tektonischen Prozesse der Salzstockbildung eine entscheidende Rolle spielten. Das Tal gilt als Beispiel für eine Reliefumkehr, bei der ursprünglich tieferliegende Schichten durch tektonische Bewegung an die Oberfläche gelangten und dort durch Erosion abgetragen wurden.
Das Reitlingstal ist ein beliebtes Naherholungsgebiet, besonders bei Einheimischen aus Braunschweig und Umgebung. Wanderwege erschließen das Gebiet, darunter der 4,5 Kilometer lange „Natur-Erlebnispfad Reitling“, der von einer Waldgaststätte aus beginnt. Der Weg führt entlang ehemaliger Schmugglerpfade und bietet an sieben Erlebnispunkten Einblicke in Natur, Geologie und Geschichte des Tales. Ein Höhepunkt der Route ist die sogenannte „Teufelsküche“ am Rand der Herzberger Grund. Die Wanderung verläuft größtenteils auf einfachen Pfaden, wobei kleinere Abzweigungen zu begehbaren Beobachtungspunkten führen.
Historisch gesehen wurden im Tal archäologische Funde aus verschiedenen Epochen gemacht, die auf eine langjährige Besiedlung hinweisen. Im Mittelalter existierte an der Stelle des heutigen Großen Teichs eine Wasserburg. Heute dient das Tal sowohl der Naherholung als auch der naturkundlichen Bildung. Die Pflege des Geländes erfolgt durch das Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen (FEMO) mit Sitz in Königslutter. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,5 von 5 Sternen spiegeln Besucherberichte das positive Erlebnis wider, insbesondere im Frühjahr zur Bärlauchzeit sowie im Herbst bei der Laubfärbung wider.