Sankt Wippertus
Highlights
- Die evangelische Stadtkirche St. Wippertus in Kölleda wurde 1542 nach einem Stadtbrand wiederhergestellt.
- Das barocke Alabaster-Epitaph an der Chorwand zeigt die Familie von Werthern in lebensgroßen Figuren.
- Die Orgel der Kirche wurde 1726 erbaut und später 1827 erweitert sowie 1987 restauriert.
Tipps
- Die Stadtkirche St. Wippertus in Kölleda ist ein gotisches Bauwerk mit barocken Einflüssen und einem bemerkenswerten Alabaster-Epitaph im Chorraum.
- Der Hochaltar und die Kanzel aus dem Jahr 1740 im Rokokostil sind sehenswerte Zeugnisse der Kirchenausstattung.
- Die Kirche liegt zentral am Markt von Kölleda und ist über das Gemeindebüro oder die Pfarrämter zu erreichen.
Eigenschaften
Über Sankt Wippertus
Die evangelische Stadtkirche St. Wippertus steht im Zentrum der Stadt Kölleda im Landkreis Sömmerda, Thüringen. Die Kirche ist dem heiligen Wippertus gewidmet, einem englischen Mönch und Begleiter des Bonifatius, der im 8. Jahrhundert in der Region wirkte. Sie gehört zum Pfarrbereich Kölleda-Ostramondra innerhalb des Kirchenkreises Eisleben-Sömmerda der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Bereits im Mittelalter wird die Kirche urkundlich erwähnt, was ihre langjährige Bedeutung für die Stadt unterstreicht.
Das Bauwerk zeigt ursprünglich gotische Züge, ist jedoch im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert worden. Der Altarraum wurde in mehreren Stufen erhöht, die Holzdecke mit Dachfenstern entstand im frühen 18. Jahrhundert. Im Zuge der Renovierung erhielt die Kirche zwei barocke Treppenhäuser. Der westliche Turm mit Fachwerkobergeschoss wurde Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet, nachdem der Vorgängerbau nicht mehr zu retten war. Die Sakristei trägt die Jahreszahl 1542 und zeugt von den Bemühungen um Wiederaufbau nach einem Stadtbrand.
Die Innenausstattung ist geprägt von barockem und spätgotischem Stil. Der Hochaltar und die Kanzel stammen aus dem Jahr 1740 und sind im Rokokostil gehalten. Die Kanzel wird von einer Mosesfigur getragen und zeigt Szenen der Evangelisten. Ein herausragendes Element ist das Alabaster-Epitaph an der nördlichen Chorwand, das die Wertherner Familienmitglieder sowie die Himmelfahrt Christi und das Jüngste Gericht darstellt. Weitere Grabmäler erinnern an weitere Adelige der Region. Die Kirche beherbergt zudem eine historische Orgel aus dem Jahr 1726, die später erweitert und 1987 restauriert wurde.
Im Kirchturm befinden sich fünf Glocken, darunter eine Taufglocke aus dem Jahr 1617, gegossen von der Erfurter Glockengießerei Möringk. Die übrigen Glocken stammen aus der Zeit zwischen 2011 und 2015 und wurden anlässlich des 1225-jährigen Jubiläums der Stadt gegossen. Die Kirche wird heute von einer Pfarrgemeinde getragen, die sich aktiv in das kulturelle und religiöse Leben der Region einbringt. Die Sakralbauten in der näheren Umgebung, wie etwa die Klosterkirche in Klostermansfeld, ergänzen das kulturhistorische Umfeld der Region.