Museum

Rautenstrauch-Joest-Museum

Cäcilienstraße 29-33, 50676 Köln

Highlights

  • Das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln ist das einzige städtische ethnologische Museum in Nordrhein-Westfalen.
  • Es beherbergt eine der größten ethnografischen Sammlungen Deutschlands mit über 65.000 Objekten aus Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika.
  • Das Museum wurde 2010 im Kulturquartier am Neumarkt nach mehr als achtjähriger Bauzeit neu eröffnet.

Tipps

  • Das Museum befindet sich im Kulturquartier am Neumarkt in der Kölner Innenstadt und ist mit dem Museum Schnütgen sowie der Volkshochschule verbunden.
  • Aktuelle Sonderausstellungen wie „Resist! Die Kunst des Widerstands“ oder „We are what we are not“ bieten zeitgenössische Perspektiven auf kulturelle und gesellschaftliche Themen.
  • Für einen optimalen Besuch empfiehlt es sich, vorab die aktuellen Ausstellungen und Veranstaltungen auf der Website zu prüfen, da sich das Programm regelmäßig ändert.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Rautenstrauch-Joest-Museum

Das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln ist das einzige städtische ethnologische Museum in Nordrhein-Westfalen und zählt zu den bedeutendsten Einrichtungen seiner Art in Deutschland. Mit einer Sammlung von über 65.000 Objekten aus Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika bietet es umfassende Einblicke in Kulturen der Welt. Die Kernstücke der Sammlung gehen auf den Nachlass des Kölner Geografen und Völkerkundlers Wilhelm Joest zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts durch seine Schwägerin Adele Rautenstrauch der Stadt Köln vermacht wurde. Seit seiner Neueröffnung im Kulturquartier am Neumarkt im Jahr 2010 präsentiert sich die Einrichtung in modernen Räumlichkeiten, die sie mit dem Museum Schnütgen sowie dem JuniorMuseum teilt.

Die Architektur des Museums spiegelt die Geschichte seiner Entstehung wider: Nach mehreren Unterbrechungen und Umbauten infolge von Kriegseinwirkungen und Hochwasser wurde das neue Gebäude nach Entwürfen des Architekturbüros Schneider + Sendelbach errichtet. Im Zentrum des Kulturquartiers finden Besucher nicht nur die Dauerausstellungen, sondern auch wechselnde Sonderausstellungen, die sich aktuellen gesellschaftlichen und kulturellen Themen widmen. Zu den besonders beachteten Präsentationen zählten beispielsweise Arbeiten von Sebastião Salgado, die eine eindringliche Verbindung aus Fotografie und Klang schufen. Auch kritische Auseinandersetzungen mit kolonialer Vergangenheit und musealer Praxis wie in der Ausstellung „We Are What We Are Not“ gehören zum Profil des Hauses.

Ein besonderer Fokus liegt auf partizipativen und nachhaltigen Ansätzen: Initiativen wie „DIE ZUKUNFT IST INDIGEN“ rücken indigene Perspektiven in den Mittelpunkt globaler Debatten. Auch die Rückgabe kultursensibler Objekte, etwa eines Maori-Schädels, verdeutlicht das ethische Engagement des Museums. Die Ausstellungsgestaltung wird dabei gelegentlich kritisiert, etwa aufgrund unzureichender Beleuchtung in Teilen der Dauerausstellung, was das Lesen von Erklärungstexten erschwert. Dennoch wird die kuratorische Qualität vieler Präsentationen regelmäßig positiv hervorgehoben, insbesondere die klare inhaltliche Konzeption und die emotionale wie intellektuelle Tiefe der Themenführung.

Das Museum versteht sich als Ort des Austauschs, der Bildung und der kulturellen Reflexion. Neben klassischen Ausstellungen bietet es ein breites kulturelles Programm mit Workshops, Führungen und Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen. Im Rahmen seiner Forschungsarbeit widmet sich das Rautenstrauch-Joest-Museum sowohl der Provenienzforschung als auch der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit seinen Sammlungen. Mit einem durchdachten Engagement für Diversität, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung positioniert es sich als modernes Kulturinstitut, das Tradition und zeitgenössische Impulse verbindet.

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