Baadenberger Senke, Stöckheimer See und Große Laache
Eigenschaften
Naturpark Baadenberger Senke, Stöckheimer See und Große Laache in Köln
Das Naturschutzgebiet „Baadenberger Senke, Stöckheimer See und Große Laache“ erstreckt sich im Osten der Stadt Köln, östlich von Pulheim und zwischen den Stadtteilen Auweiler und Mengenich. Es liegt verkehrsgünstig zwischen der A 1 im Norden und der B 59 im Süden. Mit einer Fläche von rund 74 Hektar zählt es zu den bedeutenden naturnahen Flächen innerhalb des Kölner Stadtgebiets und ist seit einer einstweiligen Sicherstellung als Naturschutzgebiet unter der Kennung K-022 ausgewiesen.
Das Gelände des Naturschutzgebiets entstand aus ehemaligen Kiesgruben, die unterschiedlich genutzt und entwickelt wurden. Heute präsentiert sich das Areal als vielschichtiger Naturraum: Der Stöckheimer See, umgeben von bewaldeten Steilböschungen, bildet das Zentrum des Gebiets. Die Baadenberger Senke zeigt heute noch Spuren der ehemaligen Kiesabbauaktivitäten und beherbergt zwei kleinere Seen sowie mehrere wasserführende Tümpel. Eine weitere Fläche, ehemals Kiesgrube und später Deponie, hat sich zu einer artenreichen Grünlandbrache entwickelt, die heute von wertvollen Ruderal- und Trockenfluren geprägt ist.
Das Gebiet beherbergt eine Vielzahl geschützter Biotope gemäß Bundesnaturschutzgesetz, darunter naturnahe Stillgewässer, Röhrichtzonen und temporäre Feuchtbiotope. Diese Lebensräume bieten seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsort. So brüten unter anderem Haubentaucher auf den Gewässern, während Tafel- und Reiherenten die Flächen im Winter als Rastplätze nutzen. Die fischfreien Tümpel dienen als Laichplätze für Amphibien wie die Kreuzkröte, und die offenen, lichtdurchfluteten Bereiche der Senke sind Lebensräume für licht- und wärmebedürftige Arten wie die Blauflügelige Ödlandschrecke oder das Echte Tausendgüldenkraut. Die artenreiche Grünlandbrache ist zudem Lebensraum für verschiedene Heuschrecken und Schmetterlinge.
Das Naturschutzgebiet wird heute von der NABU Naturschutzstation Leverkusen-Köln e. V. in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen betreut. Neben seiner ökologischen Bedeutung ist das Gebiet auch geowissenschaftlich und kulturhistorisch wertvoll, da es die markante Mittelterrassenkante und die ehemalige Rheinrinne dokumentiert. Besucher*innen schätzen die abwechslungsreiche Landschaft, die Ruhe und die Möglichkeit, den Sonnenuntergang über dem See zu genießen – ein Erlebnis, das viele Nutzer*innen besonders schätzen, auch wenn die Fläche nicht für Baden freigegeben ist.