Denkmal/Gedenkstätte

Marie Rollmann geb. Hertz

Robert-Perthel-Straße 14-16, 50739 Köln

Highlights

  • Marie Rollmann, geb. Hertz, wurde 1889 in Köln geboren und heiratete 1909 Hans Rollmann.
  • Als Jüdin wurde sie 1933 diskriminiert, ihr Vermögen beschlagnahmt und die Familie zur Flucht gezwungen.
  • 1940 nahm sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Hans in Calais das Leben, um der Verhaftung zu entgehen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Marie Rollmann geb. Hertz

Marie Rollmann, geborene Hertz, war eine in Köln geborene Unternehmergattin und jüdische Bürgerin, deren Leben eng mit der Geschichte der Stadt und der nationalsozialistischen Verfolgungsjahre verbunden ist. Sie wuchs in einer jüdischen Familie auf und heiratete Hans Rollmann, Inhaber einer traditionsreichen Kölner Schuhfabrik. Gemeinsam führten sie das Unternehmen weiter und gründeten später gemeinsam mit Partnern eine zweite Fabrik. Das Ehepaar hatte drei Söhne und lebte zunächst in einer Villa im Kölner Stadtteil Marienburg.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten gerieten jüdische Familien wie die Rollmanns zunehmend unter Druck. Diskriminierung, Entrechtung und wirtschaftliche Ausplünderung prägten den Alltag. Die Familie wurde Opfer systematischer Verfolgung, darunter auch die Zwangsversteigerung ihres gesamten Hausinventars. Hans und Marie Rollmann flohen schließlich vor der drohenden Verhaftung in die Schweiz und später nach Belgien, um von dort die Ausreise in die USA vorzubereiten. Aufgrund des deutschen Überfalls auf die Beneluxstaaten sahen sie sich erneut bedroht und nahmen sich schließlich gemeinsam das Leben, um der erneuten Deportation und Verfolgung zu entgehen.

Ihre Söhne konnten nach Amerika fliehen, wo zwei von ihnen später erfolgreich eine neue Schuhfabrik gründeten. Ab 1949 setzten sie sich im Rahmen der Restitutionsverfahren für die Rückerstattung des unrechtmäßig enteigneten Familienvermögens ein. Teile ihres Besitzes wurden ihnen durch gerichtliche Entscheidungen oder Vergleiche teilweise erstattet. Die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden in der Nachkriegszeit zunehmend in das kollektive Gedenken aufgenommen.

Zur Erinnerung an Marie und Hans Rollmann sowie an ihre Leistungen und das erlittene Unrecht wurden 2010 Stolpersteine vor ihrem letzten Wohnsitz in Köln-Marienburg verlegt. Ein weiterer Stolperstein erinnert in der Kreuzgasse vor dem ehemaligen Gymnasium Kreuzgasse an Hans Rollmann. Diese Gedenksteine sind Teil eines künstlerischen Projekts, das die Geschichte der jüdischen Bürger in Köln sichtbar macht und das Schicksal einzelner Familien in das öffentliche Bewusstsein trägt.

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