Pfarrkirche St. Mariae Geburt
Highlights
- Die Pfarrkirche St. Mariae Geburt in Porz ist im Rheinischen Bildarchiv der Stadt Köln dokumentiert und zeigt neugotische Relieftafeln aus Tirol.
- 1969 erfolgte eine grundlegende Innenrenovierung zur Umsetzung der Liturgiereformen des Zweiten Vatikanischen Konzils unter Architekt Lohmeyer.
- Kirchenchroniken belegen schwere Kriegszeiten 1943–45 mit Fliegeralarmen, die die Pfarrarbeit erschwerten, sowie einen 1943 erworbenen Kreuzweg durch Franziskaner-Pater Winkes.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Eintritt in die Pfarrkirche und den barrierefreien Zugang zu den Hauptbereichen.
- Die neugotischen Relieftafeln aus Tirol zeigen biblische Szenen und wurden ursprünglich als Teile des Hochaltars und Tabernakels genutzt.
- Ein neu gestalteter Kreuzweg wurde durch einen Vertreter des Franziskanerklosters in Köln geweiht und bietet eine moderne spirituelle Orientierung.
Eigenschaften
Kultur & Sakral: Pfarrkirche St. Mariae Geburt Porz
Die Pfarrkirche St. Mariae Geburt in Porz ist ein bedeutendes sakrales Bauwerk, das tief in der Geschichte und Kultur der Region verwurzelt ist. Als zentraler Ort der katholischen Gemeinde bietet sie nicht nur spirituelle Zuflucht, sondern auch einen Einblick in die künstlerische und architektonische Entwicklung der letzten Jahrhunderte. Die Kirche ist im Rheinischen Bildarchiv der Stadt Köln dokumentiert und gehört damit zum kulturellen Erbe der Region.
Besonders hervorzuheben sind die künstlerischen Schätze, die die Kirche bewahrt. Dazu zählen die „Engelstatuen“ von der ehemaligen Kanzel, die heute als eigenständige Kunstwerke wirken. Drei neugotische Relieftafeln, ursprünglich als Seitenflügel des Hochaltars und Tabernakeltüren genutzt, zieren heute den Innenraum. Ein besonderes Stück ist das Kreuz aus Tirol, das im Kunsthandel erworben wurde und durch seine handwerkliche Qualität besticht. Auch die Madonna auf der Mondsichel, eine Figur aus dem 17. Jahrhundert, die 1943 von Pfarrer Kloth der Gemeinde geschenkt wurde, zählt zu den wertvollen Ausstattungsstücken.
Die Geschichte der Kirche ist eng mit den Herausforderungen des 20. Jahrhunderts verbunden. Während des Zweiten Weltkriegs litten die Pfarrgemeinde und die Kirche unter den Folgen von Fliegeralarmen und Bombenangriffen, die die Aufrechterhaltung der Gottesdienste erschwerten. Trotz dieser schwierigen Umstände blieb die Kirche ein Ort der Hoffnung und des Zusammenhalts. Später, in den 1960er-Jahren, wurde sie im Rahmen der Umsetzung der Konzilsbeschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils grundlegend modernisiert. Die Arbeiten, geleitet vom Architekten Hans Joachim Lohmeyer, prägten das heutige Erscheinungsbild und die liturgische Ausrichtung.
Die Pfarrkirche St. Mariae Geburt ist nicht nur ein Ort der Verehrung, sondern auch ein Ort der Begegnung. Mit einem rollstuhlgerechten Zugang und einem ebenso barrierefreien Parkplatz wird sie für alle Besucher zugänglich gestaltet. Ein neu errichteter Kreuzweg, geweiht von Pater Sylvester Winkes aus dem Franziskanerkloster Köln, lädt zur meditativen Auseinandersetzung ein. Die Kirche verbindet so Tradition und Moderne, Kunst und Spiritualität – ein Ort, der zum Verweilen und Staunen einlädt.
Wer sich für sakrale Architektur, regionale Kunstgeschichte oder die bewegte Geschichte Porzs interessiert, findet in der Pfarrkirche St. Mariae Geburt einen faszinierenden Ort. Die Verbindung aus historischer Substanz und zeitgemäßer Gestaltung macht sie zu einem besonderen Ausflugsziel für Kulturinteressierte und Gläubige gleichermaßen.