"Weisses Rössle" ehem. Wirts- u. Bindehaus
Highlights
- Das ‚Weiße Rössle‘ in Königsbronn stammt aus dem 16. Jahrhundert und war ursprünglich ein Wirtshaus sowie Bindehaus für Eisenwerke.
- 1586 verkaufte Jakob Muss beide Gebäude an die Eisenwerke; 1714 wurde ein ‚Weißes Rössel‘-Wirt im Klosterarchiv Neresheim erwähnt.
- Der heutige Bau zeigt zwei Fassadenverputzungen: eine ältere (vor 18. Jh.) und eine Neuverputzung ab 1810, ergänzt durch ein Fachwerk-Zwerchhaus.
Tipps
- Die historische Bausubstanz zeigt zwei unterschiedliche Fassadenverputzungen, die auf Umbauten im 17. und frühen 19. Jahrhundert hinweisen.
- Der Außenliegende Gewölbekeller mit Bruchsteingewölbe dokumentiert eine frühe Nutzung des Gebäudes als Lager- oder Wirtschaftsraum.
- Das Zwerchhaus mit Fachwerkgiebel wurde erst um 1810 an das ältere Dach von 1736 angeschlossen und verweist auf eine schrittweise Erweiterung des Gebäudekomplexes.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Königsbronn: Weißes Rössle
Das „Weiße Rössle“, ehemals Wirts- und Bindehaus in Königsbronn, ist ein historisches Gebäude mit einer reichen Baugeschichte, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Archivalische Quellen belegen bereits zwei Vorgängerbauten in diesem Bereich, die 1586 an Jakob Muss, den Faktor der Eisenwerke, verkauft wurden. Der heutige Bau trägt Spuren mehrerer Epochen – von der Fachwerktradition bis zur barocken Putzfassade.
Besonders auffällig ist die Kombination aus Fachwerk und Bruchsteinmauern, die den ursprünglichen Altbestand widerspiegeln. Die Giebeldreiecke und das Zwerchhaus sind typisch für Fachwerkbauweise, während die Umfassungsmauern aus Bruchsteinen bestehen. Die heutige Sichtverputzung stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert und überdeckte eine ältere, teilweise entfernte Fassung. Interessant ist auch das Zwerchhaus, das erst um 1810 an das ältere Dach von 1736 angeschlossen wurde.
Im Inneren verrät ein außenliegender Gewölbekeller aus Bruchsteinen die handwerkliche Tradition vergangener Zeiten. Die Südwand des Erdgeschosses und die Giebeldreiecke sind ebenfalls in Fachwerk ausgeführt, was auf eine mehrphasige Bauentwicklung hindeutet. Die Verbindung von Fachwerk und Steinmauern ist typisch für die Region und spiegelt den Wandel der Baukultur wider.
Das Gebäude war einst ein Wirtshaus und diente als Bindehaus – ein Hinweis auf seine historische Funktion als Versorgungs- und Begegnungsort. Archivalische Unterlagen des Klosters Neresheim erwähnen bereits im 18. Jahrhundert einen „Weißen Rössel“-Wirt, was die Kontinuität der Nutzung unterstreicht. Obwohl heute keine direkte Wirtshausfunktion mehr besteht, bleibt das „Weiße Rössle“ ein Zeugnis der lokalen Geschichte und Architektur.
Als historische Sehenswürdigkeit bietet das Gebäude Einblicke in die Bau- und Wirtschaftsgeschichte Königsbronns. Die Kombination aus Fachwerk, Bruchstein und barocker Putzfassade macht es zu einem besonderen Beispiel für den regionalen Baustil. Wer sich für die Entwicklung der Ortsgeschichte interessiert, findet hier spannende Spuren vergangener Epochen.