Basaltsteinbruch Hühnerberg
Eigenschaften
Über Basaltsteinbruch Hühnerberg
Der Basaltsteinbruch Hühnerberg liegt im rheinland-pfälzischen Königswinter und zählt zu den bedeutenden Naturschutzgebieten der Region. Ursprünglich seit dem späten 19. Jahrhundert durch Bergbau geprägt, wird hier heute noch Basalt abgebaut und aufbereitet. Das Gelände ist Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks und wird unter der Kennung DE-5309-304 von der EU erfasst. Es schützt seltene Lebensräume und beherbergt bedrohte Tierarten, darunter die Gelbbauchunke und den Kammmolch.
Das Schutzgebiet erstreckt sich über zwei getrennte Teilflächen: den eigentlichen Basaltsteinbruch Hühnerberg und die ehemalige Tongrube Eudenbach, die beide ökologisch eng miteinander verbunden sind. Im Bereich des Steinbruchs Hühnerberg finden sich Kleinstgewässer, die als Laichplätze für verschiedene Amphibienarten dienen. Auch Reptilien wie die Zauneidechse, die Blindschleiche und die Ringelnatter wurden hier nachgewiesen. Die angrenzende Tongrube beherbergt zudem eine größere Population von Kammmolchen.
Der aktive Abbau erfolgt heute noch gelegentlich durch Sprengungen, wobei modernste Technik den Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastung deutlich reduziert. Der Betrieb wird von der Firma Rheinische Provinzial Basalt- und Lavawerke (RPBL) durchgeführt. Interessant ist, dass aus dem hier abgebauten Basalt unter anderem ein Mondstaub-Simulant für wissenschaftliche Zwecke hergestellt wird – ein Hinweis auf die außergewöhnliche Qualität des Gesteins.
Das Naturschutzgebiet Basaltsteinbruch Hühnerberg ist eng mit dem benachbarten Steinbruch Eudenberg verknüpft, der sich auf dem Gebiet der Stadt Hennef befindet. Obwohl räumlich getrennt, bilden beide Steinbrüche ein ökologisches Gesamtsystem. Im Eudenberg-Teil hat sich sogar ein Weiher gebildet, der heute Lebensraum für über 50 Gelbbauchunken bietet. Diese enge Verzahnung unterstreicht die Bedeutung eines ganzheitlichen Naturschutzes in der Region.
Das Schutzgebiet wird zusätzlich durch städtische Naturschutzverordnungen ergänzt, die den Erhalt der Lebensräume sichern. Seit 2021 besteht der Plan, die bisher getrennten Naturschutzgebiete Hühnerberg und Eudenbach rechtlich zusammenzufassen. Dies unterstreicht den hohen ökologischen Wert des Areals. Besucher*innen können die einzigartige Landschaft und ihre seltenen Bewohner in aller Ruhe erkunden – ein spannendes Erlebnis für Natur- und Technikinteressierte gleichermaßen.