Denkmal/Gedenkstätte

Naumann-Museum

Schlosshof, 06366 Köthen (Anhalt)

Highlights

  • Das Naumann-Museum Köthen zeigt eine einzigartige, seit dem 18. Jh. unveränderte Vogelsammlung mit 1300 Präparaten in 113 originalen Vitrinen – Kernwerk Johann Friedrich Naumanns.
  • 1820–1844 schuf Naumann hier die Grundlage für seine 13-bändige ‚Naturgeschichte der Vögel Deutschlands‘, ein weltweit erhaltenes wissenschaftliches Meisterwerk.
  • Seit 2015 als ‚national wertvolles Kulturgut‘ anerkannt, vereint das Museum auch seltene ornithologische Illustrationen und das Krausesche Herbarium aus dem 18.–19. Jh.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit Mobilitätseinschränkungen eine ungehinderte Erkundung der Dauerausstellung im Ferdinandsbau des Köthener Schlosses.
  • Die originalgetreue Präsentation von rund 1300 Vogelspecimen in 113 historischen Vitrinen zeigt Naumanns systematische Präparationsmethoden des 19. Jahrhunderts.
  • Ein rollstuhlgerechtes WC steht für Besucher zur Verfügung, um den Aufenthalt in den musealen Räumlichkeiten zu erleichtern.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Naumann-Museum Köthen: Kulturdenkmal entdecken

Das Naumann-Museum in Köthen (Anhalt) ist eine einzigartige kulturelle Schatzkammer, die das wissenschaftliche und künstlerische Erbe des Ornithologen und Naturmalers Johann Friedrich Naumann (1780–1857) bewahrt. Als Begründer der modernen Ornithologie prägte er mit seiner systematischen Vogelsammlung und seinen präzisen Illustrationen die Naturforschung des 19. Jahrhunderts. Die Sammlung umfasst rund 1.300 ausgestopfte oder getrocknete Vogelpräparate, die Naumann selbst präparierte und in 113 originalen Vitrinen aus dem Biedermeierstil anordnete. Diese fast unveränderte Ausstellung seit dem frühen 19. Jahrhundert gilt als weltweit einmaliges Zeugnis eines Naturwissenschaftlers am Originalstandort und wurde 2015 als „national wertvolles Kulturgut“ anerkannt.

Der Ursprung der Sammlung geht auf Naumanns Vater zurück, der bereits im 18. Jahrhundert seltene Vögel sammelte. Johann Friedrich Naumann entwickelte diese Tradition weiter, indem er innovative Präparationsmethoden entwickelte – etwa die Herstellung von Glasaugen für seine Präparate – und die Vitrinen als gestalterisches Prinzip nutzte. Seit 1835 beherbergt das Museum die Sammlung im Ferdinandsbau des Köthener Schlosses, einem historischen Gebäude, das Naumanns Werk bis heute schützt. Neben der Vogelsammlung umfasst der Bestand auch das Krausesche Herbarium, eine bedeutende botanische Sammlung aus dem 18. und 19. Jahrhundert, sowie zoologische und ornithologische Schätze wie die Balg-, Skelett- und Eiersammlung des Tierpark-Berlin-Gründers.

Das Naumann-Museum ist nicht nur ein Ort der Wissenschaft, sondern auch ein Zentrum für Kunst und Kultur. Naumanns künstlerischer Nachlass – darunter seine akribischen Vogelzeichnungen – zeigt sein Talent als einer der bedeutendsten Naturmaler seiner Zeit. Seit seiner Neugründung nach umfassenden Restaurierungen in den 1990er-Jahren wird das Museum als Forschungsstätte für internationale Ornithologiegeschichte genutzt. Zudem bietet es moderne Ausstellungen zu Themen wie Artenschutz, Klimawandel und Naturschutz, die für alle Altersgruppen zugänglich sind. Ein besonderes Highlight ist der Wilhelm-Friedemann-Bach-Saal, der mit Blick auf die Köthener Altstadt und die katholische Hofkirche nicht nur kulturelle Veranstaltungen, sondern auch eine Verbindung zur regionalen Geschichte ermöglicht.

Die Vereinigung der Freunde und Förderer des Naumann-Museums, gegründet 1994, unterstützt die Aufarbeitung und Verbreitung von Naumanns Werk durch Publikationen und Ausstellungen. Durch digitale Projekte – wie die Scannung historischer Briefe aus dem Naumann-Archiv – wird das Erbe auch online zugänglich gemacht. Das Museum ist rollstuhlgerecht ausgestattet und bietet barrierefreien Zugang zu seinen Schätzen, die sowohl Wissenschaftler als auch Kulturinteressierte faszinieren.

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