Filialkirche St. Leonhard
Highlights
- Die Filialkirche St. Leonhard in Reichersdorf wurde 1496 als spätgotischer Saalbau errichtet.
- 1760/72 erhielt sie einen Umbau zum lichten Wandpfeilersaal mit Arkaden und Empore.
- Wertvolle Ausstattung: spätgotischer Achatius-Flügelaltar von Erasmus Grasser aus dem Jahr 1506.
Tipps
- Besucher finden die spätgotische Architektur und die historischen Fresken beeindruckend.
- Der Achatius-Flügelaltar von Erasmus Grasser ist sehenswert.
- Die Kirche liegt idyllisch in der Natur und lädt zur Besinnung ein.
Eigenschaften
Über Filialkirche St. Leonhard
Die Filialkirche St. Leonhard in Irschenberg zählt zu den bedeutenden sakralen Bauten im bayerischen Alpenvorland. Die spätgotische Kirche wurde im 15. Jahrhundert als verputzter Tuffsteinbau errichtet und weist eine vierjochige Saalbaustruktur mit einem leicht eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Altarraum auf. Südlich der Kirche steht ein Turm aus dem 19. Jahrhundert mit Spitzdach und neugotischen Dreiecksgiebeln. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach umgebaut, unter anderem in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als es zu einem lichten Wandpfeilersaal umgestaltet wurde.
Der nördlichen Seite der Kirche wurde ein Anbau mit Arkaden im Erdgeschoss und einer offenen Empore im Obergeschoss hinzugefügt. Die Stichkappentonne über den Wandpfeilern des Langhauses ist unverputzt geblieben. Im Inneren zieren Fresken von J. G. Gaill aus dem 18. Jahrhundert die Langhauswände. Dargestellt sind unter anderem die heilige Barbara und der heilige Eligius sowie Szenen aus dem Leben der heiligen Barbara. Der zweijochige Altarraum wurde 1763 von Johann Martin Pichler reich mit Stuck verziert. Die Deckenfresken zeigen Weyarner Chorherren und Bauern, die vor der Kirche zum heiligen Leonhard beten.
Die Ausstattung der Kirche umfasst drei reich verzierte Altäre sowie eine Kanzel, vermutlich von Joseph Götsch. Gegenüber der Kanzel hängt ein großes Wandkreuz. Der Hochaltar, 1777 von Korbinian Niedermeier errichtet, zeigt ein Marienbild von Erasmus Grasser aus dem frühen 16. Jahrhundert. Die Figuren der Heiligen Ottilie, Leonhard, Eligius und Agnes schmücken den Altar. Die beiden Seitenaltäre stammen aus dem Jahr 1784 und wurden ebenfalls von Niedermeier geschaffen. Der linke Seitenaltar zeigt den heiligen Achatius, flankiert von Zacharias und Elisabeth, während der rechte den heiligen Barbara sowie Joachim und Anna darstellt.
Ein besonderes Highlight der Kirche ist der spätgotische Achatius-Flügelaltar von Erasmus Grasser aus dem Jahr 1506. Er hängt an der nördlichen Langhauswand und zeigt den von Engeln umgebenen thronenden Heiligen sowie Tafelbilder aus der Achatiuslegende. Weitere Figuren von E. Grasser, darunter die Heiligen Leonhard und Eligius, sind an den Seiten des Langhauses angebracht und stammen vom ehemaligen Hochaltar. Seit dem 17. Jahrhundert ist die Kirche Mittelpunkt einer alljährlich im Herbst stattfindenden Wallfahrt zu Ehren des heiligen Leonhard.