Galerie des Kunstfördervereins Galerie Haus 23
Highlights
- Unabhängige Privatinitiative seit 1988/89 – eine der ältesten Galerien Cottbus‘ mit Fokus auf regionale und experimentelle Kunst aus Dresden/Berlin.
- Seit 2020 partizipativ: Workshops für benachteiligte Kinder und Familien, deren Ergebnisse jährlich in einer Ausstellung gezeigt werden.
- Eröffnungsausstellung 1989 („Bemalte Faltrollos 3“) zeigte früh internationale Ausrichtung neben lokalen Positionen.
Tipps
- Die Galerie zeigt seit ihrer Gründung 1988/89 experimentelle Kunstpositionen, insbesondere aus regionalen und überregionalen Zentren wie Dresden und Berlin.
- Ein besonderer Fokus liegt auf partizipativen Formaten, bei denen Kinder und sozialbenachteiligte Familien aktiv in künstlerische Prozesse eingebunden werden.
- Die Ausstellungspraxis verbindet historische Kunstwerke mit zeitgenössischen Ansätzen, etwa durch die Präsentation von Fotografien aus vorkriegszeitlichen Kontexten.
Eigenschaften
Kunstgalerie Cottbus: Galerie Haus 23
Die Galerie des Kunstfördervereins Galerie Haus 23 in Cottbus ist eine der bedeutendsten unabhängigen Kunstinitiativen der Region und wurde bereits 1988/89 als Privatprojekt in der Endphase der DDR gegründet. Seit ihrer Eröffnung steht sie für eine offene, experimentelle Kunstszene, die sich früh über lokale Grenzen hinaus orientierte – wie die Eröffnungsausstellung „Bemalte Faltrollos 3“ im September 1989 zeigte. Die Galerie widmete sich von Anfang an jungen künstlerischen Positionen, doch ihr Fokus lag stets auf innovativen Ansätzen, besonders aus den Kunstzentren Dresden und Berlin.
Über 200 Ausstellungen prägten das Programm der Galerie, die sich durch ihre Vielfalt auszeichnete. Neben regionalen Künstler:innen wurden auch internationale und avantgardistische Strömungen präsentiert. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Cottbuser Kulturinstitutionen wie dem Stadtmuseum, den Kunstsammlungen oder dem Wendischen Museum unterstrich zudem den Austausch zwischen lokaler Geschichte und zeitgenössischer Kunst. Besonders bemerkenswert war die Ausstellung „30 + XXX“, die ursprünglich als Abschlussprojekt geplant war, aber die langjährige Arbeit der Galerie würdigte.
Seit dem Jahr 2020 hat die Galerie ihr Konzept grundlegend weiterentwickelt: Während die Anzahl der Ausstellungen auf vier bis fünf pro Jahr reduziert wurde, rückt nun die partizipative Arbeit mit der Stadtgesellschaft in den Mittelpunkt. Regelmäßige Workshops – insbesondere für sozial benachteiligte Kinder und Familien – fördern kreativen Austausch und machen Kunst erlebbar. Einmal jährlich werden die Ergebnisse dieser Projekte in einer öffentlichen Ausstellung präsentiert, die zeigt, wie Kunst als gemeinschaftlicher Prozess verstanden wird.
Die Galerie Haus 23 bleibt damit ein lebendiger Ort der Begegnung, der traditionelle Ausstellungen mit sozialem Engagement verbindet. Ihr Engagement für experimentelle Kunst und inklusive Formate macht sie zu einem einzigartigen Anlaufpunkt für Kulturinteressierte in Cottbus und darüber hinaus. Auch wenn sich der Name 2019 in „Galerie Ma/rie/mix 23“ änderte, bleibt der Geist der unabhängigen Kunstförderung erhalten – ein Erbe, das bis heute nachwirkt.