Denkmal/Gedenkstätte

Paulick's Mühle

An d. Mühle, 03099 Kolkwitz

Highlights

  • Paulick’s Mühle in Kolkwitz entstand 1315 als urkundlich erster Nachweis des Ortes, geprägt von wendischer Geschichte und Wasserläufen wie der Kzschischoka.
  • Seit 1170 gab es vermutlich eine Holzkapelle in Krieschow, da die Christianisierung der Wenden in der Niederlausitz abgeschlossen war – heute steht ein Felssteinbau als Relikt.
  • 1458 erhielt Ritter Hans v. Titz den Ort als Lehen mit einem frühdeutschen Rittersitz, Vorläufer des heutigen Gutshauses.

Tipps

  • Die historische Struktur des Ortes zeigt Spuren aus dem 12. Jahrhundert, darunter eine frühere Holzkapelle, die der Christianisierung der Region folgte.
  • Das Gutshaus geht auf eine frühdeutsche Wasserburg zurück, die im 15. Jahrhundert als Lehen an den Ritter Hans v. Titz vergeben wurde und heute den historischen Ortskern prägt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Paulick’s Mühle Kolkwitz – Kulturdenkmal entdecken

Die Paulick’s Mühle in Kolkwitz ist ein historisches Juwel, das tief in der regionalen Vergangenheit verwurzelt ist. Der Ort selbst wurde erstmals im Jahr 1315 urkundlich erwähnt, doch archäologische Funde deuten darauf hin, dass bereits um 1170 eine kleine Holzkapelle im heutigen Kolkwitz stand – ein Zeichen der frühen Christianisierung der wendischen Bevölkerung in der Niederlausitz. Die Mühle selbst ist eng mit der lokalen Geschichte verbunden, da sie seit Jahrhunderten als zentraler Wirtschaftsfaktor am Kzschischoka (heute fälschlich „Graifenhainer Fließ“ genannt) stand, einem Fluss, der die Region prägte und bis heute als natürliche Grenze dient.

Besonders bemerkenswert ist die Verbindung von Kolkwitz zu den umliegenden Dörfern wie Krieschow, das seit 1443 in den Aufzeichnungen erscheint. Im Jahr 1458 erhielt der Ritter Hans von Titz den Ort samt Rittersitz – vermutlich eine frühe Wasserburg – als Lehen vom Markgrafen von Brandenburg. Diese historische Schichtung spiegelt sich bis heute in der Architektur wider, etwa im heutigen Gutshaus, das auf dem Standort der mittelalterlichen Anlage steht.

Die Paulick’s Mühle selbst war nicht nur ein wirtschaftliches Zentrum, sondern auch ein Ort gesellschaftlichen Lebens. Der Gasthof Hahn, der mit der Mühle verbunden war, diente als Treffpunkt für lokale Feste und Traditionen. So wurde etwa seit 2010 ein Maibaum im Ort aufgestellt, um das Gemeinschaftsgefühl und die Heimatverbundenheit zu stärken. Zwar wurden einige Bräuche wie das Erntefest in Krieschow oder der Maskenball nach 2008 nicht mehr fortgeführt, doch bleibt die historische Kontinuität ein zentraler Bestandteil des Ortsbildes.

Die Mühle steht heute als Symbol für die Verbindung von Handwerk, Landwirtschaft und regionaler Identität. Sie erinnert daran, wie eng Kolkwitz mit dem Kzschischoka und den umliegenden Siedlungen wie Krieschow verwoben war – ein Stück lebendige Geschichte mitten in der Niederlausitz. Wer die Spuren der Vergangenheit erkunden möchte, findet hier nicht nur eine historische Sehenswürdigkeit, sondern auch einen Ort, an dem Tradition und Alltag eng miteinander verwoben sind.

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