Bismarckturm
Highlights
- Der Bismarckturm in Konstanz ist mit 22,8 Metern der höchste seiner Art in Baden-Württemberg.
- Errichtet wurde er 1912 auf dem Raiteberg zu Ehren von Otto von Bismarck, mit Spenden der Bürger und Gustav Pryms.
- Jährlich wurden bis 1945 an Bismarcks Geburtstag und zur Sommersonnenwende Feuer auf dem Turm entzündet.
Tipps
- Der Bismarckturm ist bei gutem Wetter an ausgewählten Sonntagen geöffnet, aktuelle Termine lohnt es sich vorab zu prüfen.
- Ein Spaziergang zum Turm lohnt sich besonders unter der Woche gegen Mittag, wenn es ruhiger ist und der Ausblick genießbar bleibt.
- Der Turm befindet sich auf dem Raiteberg und ist mit 22,8 Metern der höchste Bismarckturm in Baden-Württemberg.
Eigenschaften
Über Bismarckturm
Der Bismarckturm in Konstanz ist mit einer Höhe von 22,8 Metern der höchste seiner Art in Baden-Württemberg. Er thront auf dem Raiteberg, der sich auf etwa 452 Metern über Normalhöhennull erhebt, und dient seit seiner Errichtung im Jahr 1912 als Denkmal für Otto von Bismarck, den sogenannten „Reichsgründer“. Ursprünglich sollte das Bauwerk als weithin sichtbares Grenzmonument am Südrand des Deutschen Reiches dienen. Bis 1944/45 wurden zu besonderen Anlässen, etwa zu Bismarcks Geburtstag am 1. April oder zur Sommersonnenwende, Feuer in den Flammenschalen auf dem Turm entzündet, die mit einer damals modernen Drucköl-Tankanlage im Untergeschoss betrieben wurden.
Die Baugeschichte des Turms begann um 1890, als erstmals Pläne für ein Bismarck-Denkmal in Konstanz entstanden. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel scheiterte das Projekt jedoch zunächst. Erst dank einer großzügigen Spende des Unternehmers Gustav Prym, der auch Gründer des gleichnamigen Stolberger Druckknopf-Unternehmens war, konnte der Turm verwirklicht werden. Der Architekt Georg Wickop entwarf das monumentale Bauwerk, das innerhalb kürzester Zeit errichtet wurde und bereits 1912 eingeweiht werden konnte. Graf Ferdinand von Zeppelin, der unter anderem für seine Luftschiffe bekannt wurde, unterstützte das Projekt finanziell und war einer der ersten Besucher des Turms.
Das Bauwerk beeindruckt durch seine klassizistische Architektur: Das Eingangsportal wird von vier zylindrischen Säulen flankiert, die einen dreieckigen Giebel mit der Inschrift „Bismarck“ tragen. Im Inneren des Turms thront eine Bronzebüste des Reichskanzlers, geschaffen vom Münchner Bildhauer Karl Killer. Hinter der Büste ziert ein Goldmosaik mit einem Zitat des griechischen Dichters Aischylos die Wand. Eine Treppe mit insgesamt 106 Stufen führt von der Eingangshalle aus zur Aussichtsplattform im fünften Stockwerk, von der aus Besucher einen weiten Blick über die Stadt Konstanz und das nahegelegene Bodenseegebiet genießen können.
Heute wird der Bismarckturm von der Narrengesellschaft Seehasen Konstanz e. V. genutzt, die ihn als Vereinsheim unterhält. In regelmäßigen Abständen, vor allem zwischen Mai und Oktober, öffnet der Verein bei gutem Wetter die Aussichtsplattform für die Öffentlichkeit. Interessierte sollten sich aktuell über die Terminplanung auf der Vereinswebsite informieren. In den vergangenen Jahrzehnten diente der Turm auch verschiedenen anderen Nutzern – so beispielsweise als Standort für Funkanlagen des Deutschen Amateur-Radio-Clubs bis 2007. Obwohl der Turm in seiner Pflege zeitweise vernachlässigt wirkte, genießt er bei Besuchern nach wie vor große Beliebtheit, wie die durchschnittliche Bewertung von 4,5 von 5 Sternen bei Google zeigt.