ehemalige Synagoge Oberemmel
Highlights
- Die Synagoge in Oberemmel (Konz) wurde im 19. Jahrhundert als verputzter Rechteckbau mit Westeingang und neun Stufen errichtet.
- Bis 1933 bestand eine jüdische Gemeinde in Oberemmel mit bis zu 55 jüdischen Einwohnern; ihre Namen sind auf dem Gefallenendenkmal verewigt.
Tipps
- Die ehemalige Synagoge zeigt den historischen Baustil des 19. Jahrhunderts mit einem verputzten Rechteckbau und neun Stufen zum Westeingang.
- Auf dem Gefallenendenkmal der Gemeinde werden die Namen jüdischer Familienväter verzeichnet, die Teil der kleinen, aber prägenden Gemeinde waren.
- Die Entwicklung der jüdischen Einwohnerzahlen verdeutlicht die historische Präsenz der Gemeinde in Oberemmel bis ins frühe 20. Jahrhundert.
Eigenschaften
Ehemalige Synagoge Oberemmel – Kulturdenkmal in Konz
Die ehemalige Synagoge in Oberemmel, einem Ortsteil der Stadt Konz, ist ein bedeutendes historisches Denkmal mit tiefen Wurzeln in der jüdischen Gemeinde der Region. Die jüdische Gemeinschaft in Oberemmel bestand bis in die 1930er Jahre und erreichte im frühen 19. Jahrhundert ihre größte Ausprägung. So lebten 1806 bereits 24 jüdische Einwohner im Ort, deren Zahl sich im Laufe des Jahrhunderts schrittweise erhöhte – 1843 waren es 27, 1895 dann 31 und 1901 schließlich 55 Personen. Die Familienväter dieser Zeit trugen Namen wie Marx Levy, Irschel Levy oder Bert Herrmann, deren Erinnerung heute auf dem Gefallenendenkmal der Gemeinde verewigt ist.
Die Synagoge selbst entstand im 19. Jahrhundert, vermutlich vor 1870, als verputzter Rechteckbau mit einem markanten Eingang an der Westseite. Neun Stufen führten hinauf zum Betraum, der als zentraler Ort des religiösen Lebens diente. Obwohl die genaue Baugeschichte nicht vollständig dokumentiert ist, zeigt die Architektur typische Merkmale jüdischer Gotteshausbauten der Epoche: schlichte, funktionale Gestaltung mit klaren Linien und einer klaren Orientierung zum Gebetsraum. Die Synagoge war nicht nur ein Ort der spirituellen Versammlung, sondern auch ein Symbol für die Integration der jüdischen Gemeinde in das lokale Leben.
Nach der Zerstörung durch die nationalsozialistischen Verfolgungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Synagoge nicht wiederaufgebaut. Heute dient das Gebäude als stilles Mahnmal für die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Oberemmel und der gesamten Region. Die Erinnerung an die einst blühende Gemeinde bleibt in den historischen Aufzeichnungen und den Namen der Gefallenen erhalten, die auf dem Gedenkstein verewigt sind. Die ehemalige Synagoge steht damit als Zeugnis für die kulturelle Vielfalt und die tragische Geschichte des Ortes.
Besucher können hier die Spuren einer längst verschwundenen Gemeinschaft nachspüren und sich mit der lokalen Geschichte auseinandersetzen. Die Synagoge verbindet Vergangenheit und Gegenwart und erinnert an die Bedeutung interkulturellen Erbes. Als historisches Denkmal bietet sie Anlass zur Reflexion über Toleranz, Vertreibung und den Verlust jüdischer Lebenswelten in der Region. Die Umgebung von Konz, eingebettet in die rheinische Kulturlandschaft, unterstreicht die besondere Bedeutung dieses Ortes als Teil des regionalen Gedächtnisses.