Denkmal/Gedenkstätte

Tylenturm

Am Tylenturm, 34497 Korbach

Highlights

  • Mit einer Höhe von etwa 31 Metern dient er heute als Aussichtsturm und ist ein Wahrzeichen von Korbach.
  • Der Turm wurde nach dem Adelsgeschlecht von Thülen benannt und überstand Kriege und Brände weitgehend unbeschadet.

Eigenschaften

Outdoor Bildung Romantisch Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Denkmal Tylenturm Korbach

Der Tylenturm in Korbach ist ein bedeutendes Kulturdenkmal und zählt zu den ältesten erhaltenden Bauwerken der Stadt im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Errichtet im späten 13. oder frühen 14. Jahrhundert, bildet der rund 31 Meter hohe Wehrturm einen markanten Teil der mittelalterlichen Stadtmauer und gilt heute als eines der Wahrzeichen der Stadt. Sein Name leitet sich vom Adelsgeschlecht der von Thülen ab, das im 14. Jahrhundert in Korbach ansässig war und über ein nahegelegenes Burggut verfügte.

Der Turm erhebt sich an der Kreuzung der Straßen „Im Sack“ und „Am Tylenturm“ und besticht durch seinen halbkreisförmigen Grundriss, wobei die runde Seite zur Außenmauer zeigt. Die massive Konstruktion aus breit gefugten Kalksteinblöcken und die über einen Meter dicke Mauerstärke im Untergeschoss zeugen von seiner ursprünglichen Funktion als Verteidigungsanlage. Ursprünglich nur über Leitern und einen hochliegenden Einstieg erreichbar, diente das Erdgeschoss früher als Verlies. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Turm unter anderem als Gefängnis, Luftschutzkeller im Zweiten Weltkrieg und später als Lagerraum genutzt.

Obwohl Korbach im Laufe der Geschichte mehrfach zerstört wurde, überstand der Tylenturm größtenteils unbeschadet. Um 1900 erfolgte eine erste umfassende Restaurierung, die den Verfall stoppte. Anlässlich des Hessentags im Jahr 1997 wurde der Turm grundlegend saniert: Der Wehrgang wurde rekonstruiert, eine neue Holztreppe eingebaut und der charakteristische Turmhelm erneuert. Seitdem ist der Tylenturm als Aussichtsturm nutzbar, von dessen Plattform aus sich ein beeindruckender Rundblick über die Stadt und das Umland bietet.

Der Tylenturm ist nicht nur ein architektonisches Zeugnis der Stadtgeschichte, sondern auch Schauplatz historischer Ereignisse und Volkskunde. So sollen im 18. Jahrhundert mehrere Verse aus der sogenannten „Spitzbubendichtung“ im Turm entstanden sein, als jugendliche Diebe vor ihrer Hinrichtung hier inhaftiert waren. Diese Lieder spiegeln die damalige Stimmung wider und sind bis heute Teil der lokalen Erinnerungskultur. Heute lädt der Turm Besucher ein, seine Geschichte hautnah zu erleben – allerdings nur im Rahmen von Führungen, die den Aufstieg über die Außenstiege zum Wehrgang ermöglichen.

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