Pfarrheim
Highlights
- Das Pfarrheim in Kempen (Rheurdt) entstand 1885 als moderne Kirche nach Vorgängerbauten seit 1400, darunter gotische Kapellen und eine 1694 errichtete Backsteinkirche.
- Ursprünglich Kapellengemeinde von Aldekerk, erhielt Schaephuysen 1724 die Erlaubnis zur regelmäßigen Sonn- und Feiertagsmesse – Grundlage für die spätere Pfarrgründung 2004.
- Die heutige Pfarrkirche steht an der Stelle einer 1537 errichteten barocken Kirche; ein Steinkreuz markiert den Standort der älteren Pfarrkirche aus dem 17. Jahrhundert.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang zum Pfarrheim ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt.
- Die historische Architektur des Gebäudes zeigt Spuren mehrerer Bauphasen, beginnend mit einer Kapelle aus dem 15. Jahrhundert.
Eigenschaften
Kulturzentrum Pfarrheim Kempen – Kultur erleben
Das Pfarrheim Kempen ist ein historisch bedeutsames Zentrum der regionalen Kultur und Gemeinschaftsaktivitäten. Als Teil der evangelischen Tradition der Region verbindet es jahrhundertealte kirchliche Geschichte mit lebendiger Gegenwart. Die Ursprünge reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück, als in der Nachbarschaft bereits Kapellen wie die „Hubertuskapelle“ in Schaephuysen bestanden – eine der ältesten, die bereits 1595 urkundlich erwähnt wurde. Die heutige Pfarrkirche Kempen entstand 1885 an der Stelle einer barocken Vorgängerkirche, die 1537 erbaut worden war und selbst auf eine ältere Tradition zurückblickte.
Die Umgebung Kempens war seit jeher von religiöser und strategischer Bedeutung. Die ehemaligen Pfarrgemeinden Rheurdt und Schaephuysen gehörten ursprünglich zur Mutterkirche Aldekerk, doch durch die Jahrhunderte entwickelten sie sich zu eigenständigen Einheiten. Die „Kapelle am Ryckendael“ (auch „Ryckendoir“) aus dem Jahr 1437 diente als Wallfahrtsort mit Altären zu Ehren des heiligen Nikolaus – ein Zeugnis der tief verwurzelten christlichen Frömmigkeit in der Region. Die Grenze zwischen den Pfarrbezirken wurde 1529 präzise festgelegt und führte durch Felder und Siedlungen wie Lind und Leyenburg, was die enge Verknüpfung mit dem ländlichen Umland unterstreicht.
Das Pfarrheim Kempen steht heute als Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs. Neben religiösen Veranstaltungen bietet es Raum für Gemeindeaktivitäten, Konzerte, Ausstellungen und lokale Feste. Die historische Substanz der Kirche – etwa das Steinkreuz an der Stelle des ehemaligen Hochaltars der gotischen Pfarrkirche von 1694 – erinnert an die wechselvolle Vergangenheit. Gleichzeitig spiegelt das Gebäude die Anpassungsfähigkeit des Ortes wider: Von der Schutzfunktion für Vieh und Menschen in früheren Jahrhunderten bis hin zur heutigen Rolle als kulturelles Zentrum.
Die Umgebung Kempens war zudem geprägt von politischen und militärischen Entwicklungen. Im 16. Jahrhundert gehörte die Region zeitweise zur Vogtei Geldern, und drei Wasserburgen wie Erprath oder Op den Bergh (Seemannshof) sicherten die Grenze. Diese historischen Schichten prägen bis heute das Bild des Pfarrheims als Ort, der nicht nur spirituelle, sondern auch gesellschaftliche Identität stiftet. Als lebendiges Museum der regionalen Geschichte lädt es ein, die Verbindung von Tradition und Moderne zu erleben.
Wer das Pfarrheim Kempen besucht, taucht in eine Welt ein, in der Geschichte und Gegenwart verschmelzen. Ob bei einer Andacht, einem Konzert oder einem geselligen Abend – hier wird Gemeinschaft gelebt, wie sie seit Jahrhunderten in dieser Ecke des Niederrheins gepflegt wird. Das Pfarrheim ist damit mehr als nur ein Gebäude: Es ist ein Symbol für den Zusammenhalt einer Region, die sich durch ihre kulturelle Vielfalt und ihre offene Gastfreundschaft auszeichnet.