Veteranendenkmal
Highlights
- Das Seidenweberdenkmal in Krefeld erinnert an die Stadtgeschichte als ehemalige Samt- und Seidestadt.
- Meister Ponzelar zeigt einen typischen Krefelder Weber mit historischer Kleidung und Werkzeugen.
- Das Denkmal wurde 1911 errichtet, 1940 eingeschmolzen und 1945 an gleicher Stelle neu gegossen.
Tipps
- Das Denkmal ist gut zu Fuß zu erreichen, wenn man vom Rathaus oder vom Schlosspark kommend den Südwall entlanggeht.
- Für bessere Fotos und einen ruhigeren Blick empfiehlt sich ein Besuch außerhalb der Stoßzeiten am Wochenende.
- In der Nähe befinden sich informative Tafeln zur Geschichte der Krefelder Textilindustrie, lohnt sich ein kurzer Abstecher.
Eigenschaften
Über Veteranendenkmal
Das Veteranendenkmal in Krefeld, auch bekannt als „Meister Ponzelar“, erinnert an die reiche textile Geschichte der Stadt. Die lebensgroße Bronzefigur stellt einen klassischen Krefelder Seidenweber dar und verkörpert das handwerkliche Erbe, das Krefeld im 18. und 19. Jahrhundert zu Wohlstand führte. Damals galt die Stadt als bedeutender Standort der Seidenproduktion und erhielt den Beinamen „Samt- und Seidestadt“. Die Statue zeigt den Weber in seiner typischen Tracht, wie sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch alltäglich auf den Straßen zu sehen war.
Der Entwurf stammt von Johann Stiegemann und dem Bildhauer August Schmiemann und wurde erstmals im Jahr 1911 durch den Krefelder Verschönerungsverein aufgestellt. Ursprünglich am südlichen Stadtrand errichtet, musste das Denkmal im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen werden. Dank der erhaltenen Gussform konnte es nach dem Krieg neu gegossen und 1947 an seinen heutigen Standort am Südwall in der Ecke zum Ostwall versetzt werden. Dort steht es zentral in der Stadt und markiert symbolträchtig die Bedeutung der Weberei für die Region.
Die Darstellung des Meister Ponzelar zeigt den Weber am Liefertag seiner Ware, gekleidet in die traditionelle Festtagskleidung der Zeit: Laakesserock, tu-e Wäs, si-e Halsdock und Jraduutkapp. Mit dem Kettbaum auf der Schulter und dem Garnrollensack in der Hand geht er zum Kontor. Die Skulptur vermittelt nicht nur die körperliche Beweglichkeit des Berufsbildes, sondern auch die geistige Auseinandersetzung mit der Arbeit. Auf dem Sockel des Denkmals ist ein Relief einer typischen Weberstube zu sehen, das die häusliche Arbeitswelt der Seidenweber illustriert.
Das Denkmal genießt bei Besucher*innen durchaus Respekt, wird aber auch kritisch betrachtet. Einige sehen es an seiner jetzigen Lage kritisch, da es durch den starken Verkehrsaufkommen an der Kreuzung Südwall/Ostwall etwas in den Hintergrund gerät. Dennoch wird es als gelungenes Standbild und Fotomotiv wahrgenommen, das die industrielle Vergangenheit Krefelds lebendig werden lässt. Die kunstvolle Gestaltung und die detailreiche Kleidung unterstreichen den akademischen Hintergrund des Bildhauers.