Historisch-Technisches Museum Peenemünde
Highlights
- Das Historisch-Technische Museum Peenemünde dokumentiert die Entwicklung der ersten Marschflugkörper und Großraketen.
- Von 1936 bis 1945 war Peenemünde das größte militärische Forschungszentrum Europas.
- Die Ausstellungen zeigen die Rolle von Zwangsarbeitern und die Nutzung der Waffen als „Vergeltungswaffen“ im Zweiten Weltkrieg.
Tipps
- Das Museum lohnt sich auch außerhalb der Hauptsaison, da es weniger Besucher gibt und man in Ruhe die Ausstellungen erkunden kann.
- Zur besseren Orientierung und Vertiefung des Besuchs kann die kostenlose WebApp „Peenemünde Denkmal-Landschaft“ genutzt werden.
- Ein Besuch lohnt sich unabhängig vom Wetter, da das Museum auch in der Nebensaison geöffnet ist und interessante Sonderführungen anbietet.
Eigenschaften
Über Historisch-Technisches Museum Peenemünde
Das Historisch-Technische Museum Peenemünde befindet sich im Ort Peenemünde im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Es widmet sich der Geschichte der ehemaligen Peenemünder Versuchsanstalten, die von 1936 bis 1945 das größte militärische Forschungszentrum Europas darstellten. Auf einer Fläche von 25 Quadratkilometern arbeiteten zeitweise bis zu 12.000 Menschen an der Entwicklung neuartiger Waffensysteme, darunter der weltweit erste Marschflugkörper und die erste funktionierende Großrakete. Diese Waffen wurden als Terrorwaffen gegen die Zivilbevölkerung konzipiert und größtenteils von Zwangsarbeitern produziert. Ab 1944 kamen sie als sogenannte Vergeltungswaffen im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz.
Das Museum dokumentiert die Entstehung und den Einsatz dieser Waffen und beleuchtet gleichzeitig die Lebensbedingungen der Menschen, die dort arbeiteten. Neben deutschen Forschern und Technikern waren dies vor allem Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge aus Konzentrationslagern. Die Ausstellungen vermitteln sowohl technische als auch historische Zusammenhänge und rücken die menschlichen Schicksale in den Fokus. Besonderes Augenmerk liegt auf der Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus und der Rolle Peenemündes im Kontext des Zweiten Weltkriegs.
Das Gelände der ehemaligen Versuchsanstalten bietet heute eine der größten Flächen-Denkmal-Landschaften Deutschlands. Eine spezielle WebApp ermöglicht es Besucherinnen und Besuchern, die historischen Stationen des ehemaligen Forschungszentrums zu erkunden. Die Museumsausstellung selbst gliedert sich in verschiedene Themenbereiche, die sowohl die technischen Errungenschaften als auch die ethischen und historischen Fragestellungen aufgreifen. Neben Exponaten zu Raketen und Flugkörpern werden auch Alltagsgegenstände, Dokumente und biografische Materialien gezeigt.
Das Museum versteht sich als Ort der Erinnerung und Bildung. Es wird von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet, der aus namhaften Experten der Geschichts- und Kulturwissenschaften besteht. Regelmäßig finden Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Konzerte statt, die sich mit verschiedenen Aspekten der Zeitgeschichte auseinandersetzen. Das Museum ist in der Hochsaison gut besucht, im Winter bietet es dagegen eine ruhigere Gelegenheit zur intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik.