Denkmal/Gedenkstätte

Ehrensäule

Melchior-Otto-Platz 6-4, 96317 Kronach

Highlights

  • Die Ehrensäule in Kronach wurde 1654 zur Ehrung des Fürstbischofs Melchior Otto Voit von Salzburg errichtet.
  • Die Säule dient heute als Station bei der alljährlichen Schwedenprozession und wurde zuletzt 2021 umfassend restauriert.

Tipps

  • Die Ehrensäule befindet sich auf dem Melchior-Otto-Platz in Kronach und ist ein historisches Denkmal mit besonderer Bedeutung für die Stadt.
  • Direkt neben der Ehrensäule gibt es die Möglichkeit, eine kleine Rast einzulegen und etwas zu essen oder zu trinken.
  • Bei Stadtführungen oder Themenführungen kann die Geschichte der Ehrensäule und ihre Verbindung zur Verteidigung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg erfahren werden.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Ehrensäule

Die Ehrensäule zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Stadt Kronach im gleichnamigen bayerischen Landkreis. Als historische Sehenswürdigkeit steht sie auf dem Melchior-Otto-Platz mitten in der Altstadt und gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt. Das Denkmal wurde im Jahr 1654 errichtet, um den verstorbenen Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg zu ehren, der den Kronachern nach ihrer tapferen Verteidigung der Stadt während des Dreißigjährigen Krieges wichtige Auszeichnungen verliehen hatte.

Während der Kriegsjahre zwischen 1632 und 1634 wehrten sich die Bürger Kronachs erfolgreich gegen mehrere Belagerungen durch schwedische Truppen und ihre Verbündeten. Für ihre außergewöhnliche Courage und Treue erhielten sie vom damaligen Fürstbischof von Bamberg ein neues Stadtwappen, das sogenannte Spanische Habit sowie eine goldene Kette für den Bürgermeister. Aus Dankbarkeit beschlossen die Einwohner, dem Fürstbischof mit einer Ehrensäule ein bleibendes Andenken zu setzen. Die Bildhauerarbeiten führten wahrscheinlich Johann Brenck und Hans Georg Schlehendorn aus Kulmbach aus.

Das Stadtwappen thront auf der Säule und wird von zwei Schildhaltern flankiert, die eine besondere historische Episode darstellen: Während eines Ausfalls im Jahr 1632 wurden fünf Männer gefangen genommen und grausam geschunden, weil sie Kanonen der Belagerer unbrauchbar gemacht hatten. Die beiden Figuren mit der abgezogenen Haut unter dem Arm erinnern an dieses tragische Ereignis. Die Inschrift unter dem Wappen sowie die Schildhalter tragen bis heute Spuren der Zerstörung aus dem Zweiten Weltkrieg, als 1945 dem rechten Schildhalter der Kopf abgeschossen wurde und später durch eine Nachbildung ersetzt werden musste.

Die Ehrensäule ist nicht nur ein geschichtsträchtiges Monument, sondern auch Teil lebendiger Traditionen. Jährlich wird am sogenannten Melchior-Otto-Tag im Januar mit einem Lobamt und Salutschüssen an der Säule an den Fürstbischof erinnert. Auch die alljährliche Schwedenprozession, die seit 1633 stattfindet, führt als eine der Stationen an diesem Denkmal vorbei. Nach einer umfassenden Restaurierung im Jahr 2021 erstrahlt die Säule heute wieder in neuem Glanz und erinnert sowohl an die heroische Verteidigung der Stadt als auch an die kunstvolle Meisterschaft der damaligen Bildhauer.

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