Kloster St. Wigbert
Highlights
- Ausstellung ‚Sehen lernen‘ verbindet 1.000 Jahre Klostergeschichte mit der Nutzung als Konservenfabrik – inkl. multimedialer Führung.
- Barrierefrei zugänglich: Rollstuhlgerechter Zugang, Sitzgelegenheiten und induktive Höranlage ermöglichen inklusiven Besuch des Denkmals.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Eintritt in die Klosteranlage und die Ausstellung.
- Induktive Höranlagen stehen für Besucher mit Hörbehinderung in ausgewählten Bereichen der Dauerausstellung zur Verfügung.
- Rollstuhlgerechte Sitzgelegenheiten sind im Innen- und Außenbereich der Anlage verteilt, um längere Besuche zu erleichtern.
Eigenschaften
Kloster St. Wigbert Kyffhäuserland Kulturdenkmal
Das Kloster St. Wigbert in Göllingen, mitten im Kyffhäuserland, zählt zu den ältesten Klöstern Thüringens und vereint über 1.000 Jahre Geschichte unter einem Dach. Die markanteste Überlieferung ist der romanische Westturm mit seiner beeindruckenden Krypta, die aus dem 11. Jahrhundert stammt. Die Schenkungsurkunde von 1005 belegt die frühe urkundliche Erwähnung der Anlage, während das Chorpodium – die unteren Geschosse des Turms – bereits im 12. Jahrhundert als Steinkirche entstand.
Heute beherbergt das Kloster eine faszinierende multimediale Dauerausstellung unter dem Titel *„Sehen lernen – Zwischen Kloster und Konserve“*, die die Entwicklung von der mittelalterlichen Klostergemeinschaft bis zur modernen Nutzung als Konservenfabrik nachzeichnet. Im Empfangspavillon, der nachhaltig errichtet wurde, werden Besucher:innen durch interaktive Elemente und Videos in die Geschichte eingeführt. Ein Multimedia-Guide begleitet den Rundgang durch die Außenanlage, wo Info-Tafeln und historische Spuren die Verwandlung des Ortes von einer religiösen zu einer industriellen Nutzung sichtbar machen.
Besonders auffällig ist die räumliche Nähe zur Oberen Sachsenburg, einer Burgruine auf dem Wächterberg der Hainleite, nur 500 Meter entfernt. Beide Anlagen entstanden vermutlich zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert, doch während das Kloster seine Funktion als Wirtschafts- und Lagergebäude behielt, wurde die Burg später zu einem Ausflugslokal umgestaltet. Der 22 Meter hohe Bergfried der Ruine überstand Kriege und Jahrhunderte – ein Zeugnis der strategischen Bedeutung der Region.
Barrierefreiheit steht im Fokus der Anlage: Der rollstuhlgerechte Zugang, Parkplätze und ein rollstuhlgerechtes WC ermöglichen allen Gästen den Besuch. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die das Kloster verwaltet, setzt auf digitale Vermittlung und nachhaltige Konzepte – etwa durch die Integration historischer Spuren in moderne Ausstellungsformate. So wird das Kloster nicht nur als Denkmal bewahrt, sondern als lebendiger Ort der Begegnung mit Geschichte präsentiert.
Ein Besuch im Kloster St. Wigbert bietet somit mehr als nur Architektur: Es ist ein Spaziergang durch die Epochen, der von der romanischen Krypta über die Konservenfabrik bis zur heutigen Nutzung als Kulturort führt. Die Ausstellung und der Außenbereich laden ein, die Spuren von 1.000 Jahren zu entdecken – und dabei die Verbindung zwischen Klosterleben, regionaler Industriegeschichte und moderner Denkmalpflege zu erleben.