Kirche/Kloster

St. Nicolai Kirche

Luener Str. 15, 21335 Lüneburg

Highlights

  • Die St. Nicolai Kirche in Lüneburg ist die jüngste und kleinste der drei Hauptkirchen der Hansestadt.
  • Sie wurde von 1407 bis 1440 im Stil der Backsteingotik erbaut und ist eine querschifflose Pfeilerbasilika.
  • Der 92,7 Meter hohe neugotische Backsteinturm wurde 1896 fertiggestellt und zählt zu den höchsten Kirchtürmen Niedersachsens.

Tipps

  • Besucher erreichen die St. Nicolai Kirche zu Fuß vom historischen Stadtkern aus, etwa vom Rathausplatz.
  • Die Kirche liegt zentral am Salzbrunnen, nahe der Altstadt, und ist gut zu den anderen historischen Kirchen zu Fuß erreichbar.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders für die Architektur der Backsteingotik und den Blick auf das achtzackige Sternengewölbe im Innenraum.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über St. Nicolai Kirche

Die St. Nicolai Kirche in Lüneburg ist die jüngste und kleinste der drei großen Kirchen der ehemaligen Hansestadt. Ursprünglich dem heiligen Nikolaus von Myra geweiht, entstand der Sakralbau zwischen dem frühen 15. und Mitte des 15. Jahrhunderts im Stil der Backsteingotik, der in Norddeutschland und im Ostseeraum verbreitet war. Seit der Reformation im 16. Jahrhundert dient sie als evangelische Kirche.

Die Geschichte der Kirche beginnt mit einer Kapelle, die 1409 für die Bewohner des nahegelegenen Wasserviertels geweiht wurde und als erster von der Stadt initiiertes Gotteshaus galt. Etwa ein Jahrzehnt später wurde der Ausbau zur Kirche beschlossen und um 1440 abgeschlossen. Der Turmbau begann erst deutlich später und wurde aus finanziellen Gründen nie vollendet. Ein Helm wurde erst 1587 aufgesetzt. Aufgrund baulicher Schäden musste der Turm 1831 abgerissen werden. Auch das Kirchenschiff war zu diesem Zeitpunkt in schlechtem Zustand. Ein Verein, gegründet 1843, initiierte die Rettung des Baus. Ab 1869 erfolgte die Instandsetzung des Kirchengebäudes, und 1896 wurde ein neugotischer Turm fertiggestellt, der heute zu den höchsten Sakralbauten im Bundesland gehört.

Architektonisch ist die St. Nicolai Kirche eine querschifflose Pfeilerbasilika mit einem vierjochigen Langhaus, Chor und einem 3/6-Schluss. Das Mittelschiff ragt mit einer Höhe von 28,70 Metern über ein etwa 7,20 Meter breites Langhaus. Ein besonderes Merkmal ist das achtzackige Sternengewölbe, das in Norddeutschland selten anzutreffen ist. Durch mehrere Restaurierungen zeigt die Kirche heute starken Einfluss des 19. Jahrhunderts. Der 92,7 Meter hohe Backsteinturm wurde im Stil der Neugotik erbaut. An drei seiner Seiten sind Turmuhren angebracht; an der Nordseite fehlt eine Uhr aufgrund des Treppenaufgangs, der eine vierte Anbringung nicht zuließ.

Die ursprüngliche Ausstattung mit insgesamt achtzehn Altären ist nicht mehr erhalten. Dennoch beherbergt die Kirche bedeutende Werke der Spätgotik. Ein besonderes Highlight ist der zweiflügelige Wandelaltar aus der ehemaligen Lambertikirche, der 1861 in die Nicolaikirche gelangte. Die Innenseite des Altars wurde vom Lüneburger Schnitzer Hans Snitker d. Ä. geschaffen, die Gemälde der Flügel werden dem Hamburger Maler Hans Bornemann zugeschrieben. Sie zeigen in mehreren Szenen das Leben Jesu sowie Figuren der Heiligen und Propheten. Die Gemälde sind nur zu bestimmten Zeiten sichtbar, da sie in der Passionszeit die geschnitzten Tafeln verdecken. In der Karwoche werden zudem die Außenseiten mit Motiven der Opferung Isaacs und der Kreuzigung gezeigt.

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