Kapelle Maria Himmelfahrt
Highlights
- Die Kapelle Maria Himmelfahrt in Lauterach wurde 1601 im barocken Stil erbaut und 1650 mit einem Hochaltar ausgestattet.
- 1850 entstand ein Altarbild im Nazarenerstil, das später durch Neobarock-Restaurierungen ersetzt wurde.
- 1993/94 erfolgte eine Grundsanierung mit Anbau der Sakristei; das Deckenbild zeigt eine Vision der hl. Margareta Maria Alacoque.
Tipps
- Die Kapelle Maria Himmelfahrt zeigt barocke Elemente aus dem 17. Jahrhundert, die durch spätere Restaurierungen teilweise überformt wurden.
- Der Hochaltar aus dem Jahr 1650 und das Altarbild von 1850 im Nazarenerstil bieten Einblicke in die wechselvolle künstlerische Entwicklung der Kapelle.
Eigenschaften
Kultur & Sakral: Kapelle Maria Himmelfahrt Lauterach
Die Kapelle Maria Himmelfahrt in Lauterach ist ein historisch bedeutsames Sakralbauwerk mit barocken Wurzeln und einer bewegten Geschichte. Ihr Ursprung reicht bis ins Jahr 1499 zurück, als der letzte Vertreter der „Herren von Stein“ zu Reichenstein den Besitz an das Kloster Zwiefalten verkaufte. Erst im Jahr 1601 ließ Abt Michael Müller die heutige Kapelle durch den Maurer und Steinmetz Georg Rümelin aus Dettingen/Erms errichten – ein Zeugnis des barocken Baustils, der bis heute die Architektur prägt. Trotz späterer Restaurierungen, die den ursprünglichen Stil teilweise veränderten, bewahrt die Kapelle ihren historischen Charme.
Das Innere der Kapelle besticht durch ihre kunsthistorische Vielfalt. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1650 und gilt als zentrales Element des Raumes. Besonders auffällig ist das Altarbild von 1850, das den Tod Marias darstellt. Es wurde im sogenannten Nazarenerstil gemalt, einem populären Kunststil des 19. Jahrhunderts, der jedoch später dem neobarocken Geschmack weichen musste. Diese stilistische Diskrepanz zeigt sich auch an anderen Details, die über die Jahrhunderte hinweg angepasst wurden – ein Spiegel der sich wandelnden künstlerischen und religiösen Vorstellungen.
Es verweist auf die Visionen der Heiligen Margareta Maria Alacoque, einer im 17. Jahrhundert lebenden Ordensfrau, der Jesus Christus in mystischen Erscheinungen begegnete. Diese Darstellung verbindet die Kapelle mit der Tradition der Heimsuchung Mariens und unterstreicht ihre spirituelle Bedeutung. Die Verbindung zur Region zeigt sich auch durch die Nähe zur Franz-von-Sales-Realschule in Obermarchtal, die einst von Schwestern der Kongregation betreut wurde.
Nach einer umfassenden Restaurierung in den 1990er-Jahren erhielt die Kapelle nicht nur ihre Substanz zurück, sondern auch eine moderne Erweiterung: Die Sakristei an der Westseite wurde angebaut. Diese Maßnahmen sicherten nicht nur den Erhalt des historischen Bauwerks, sondern ermöglichten auch eine bessere Nutzung für heutige Besucher. Mit einem Google-Rating von 4,4 Sternen aus über 20 Bewertungen gilt die Kapelle Maria Himmelfahrt als beliebter Ort der Andacht und des kulturellen Interesses – ein Ort, an dem Geschichte, Kunst und Spiritualität aufeinandertreffen.