Gemeindezentrum St. Marien Grasdorf
Highlights
- Romanische Dorfkirche St. Marien in Grasdorf mit barockem Kanzelaltar (1736) und romanischen Stilelementen im Wiederaufbau nach 1943.
- 1500 entstand eine barocke Kirche; 1943 zerstört, 1954 mit Pfingstfenster (Werner Brenneisen) und Altar aus Bombentrümmern wiederaufgebaut.
Tipps
- Ein Teil des Altars besteht aus Sandstein, der ursprünglich aus den Bombentrümmern der Grasdorfer Höfe stammen und im Wiederaufbau verwendet wurde.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales im Gemeindezentrum St. Marien Grasdorf Laatzen
Das Gemeindezentrum St. Marien Grasdorf in Laatzen ist ein historisch bedeutsames Zentrum der katholischen Gemeinde im Ortskern von Grasdorf. Die Ursprünge der Kirche reichen bis ins frühe Mittelalter zurück, als die Adelsfamilie von Alten im Auftrag des Hildesheimer Bischofs eine Marienkapelle stiftete. Die erste romanische Kirche mit hölzerner Decke wurde später durch ein gewölbtes Kirchenschiff ersetzt, das an einen bestehenden Wehrturm angelehnt war. Im Laufe der Jahrhunderte prägten barocke Umgestaltungen das Erscheinungsbild: Um 1500 erfolgte eine Anpassung an den romanischen Stil, bevor im 18. Jahrhundert unter der Leitung des Landbaumeisters Chr. Leiseberg ein barockes Kirchenschiff mit einem prächtigen Kanzelaltar des hannoverschen Hofbildhauers Ackermann entstand.
Ein schwerer Einschnitt war der Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg, der die Kirche 1943 vollständig zerstörte. Der Wiederaufbau orientierte sich bewusst an romanischen Stilelementen, wie sie bereits die ursprüngliche Kapelle geprägt hatten. Der Architekt Ernst Zinsser gestaltete den Neubau mit klaren Formen und einer halbrunden Sakristei als Seitenapsis, die erst nach dem Krieg hinzugefügt wurde. Besonders bemerkenswert ist der Altar aus Sandstein, dessen Material aus den Trümmern der Grasdorfer Höfe stammte. Das 1954 von Werner Brenneisen geschaffene Fenster hinter dem Altar zeigt die Gabe des Heiligen Geistes zu Pfingsten und verweist auf die spirituelle Neuorientierung der Gemeinde nach dem Krieg.
Das Gemeindezentrum ist heute ein Ort der Begegnung und des Glaubens, der die historische Kontinuität mit der Gegenwart verbindet. Neben der Kirche gehört ein moderner Versammlungsraum zum Zentrum, der für Gottesdienste, Veranstaltungen und gemeindliche Aktivitäten genutzt wird. Die Orgel, eine Spende der Kali-Chemiewerke aus den Jahren 1957/58, ergänzt die musikalische Atmosphäre der Gottesdienste.
Besonders die positive Resonanz der Besucher – mit einer durchgehenden Bewertung von 5,0 Sternen – unterstreicht den besonderen Charakter des Ortes. Ob als Ort der Andacht, für kulturelle Veranstaltungen oder als historisches Denkmal: Das Gemeindezentrum St. Marien Grasdorf bietet eine einzigartige Verbindung von Architekturgeschichte, kirchlicher Tradition und gegenwärtigem Gemeindeleben inmitten des Ortskerns von Grasdorf.