Burg Lahneck
Highlights
- Burg Lahneck wurde um 1226 vom Mainzer Erzbischof Siegfried III. als Spornburg über der Lahn erbaut.
- 1338 nahm der Mainzer Kurfürst von hier an der Kurversammlung zu Rhens teil, die zum Kurverein führte.
- 1400 verkündeten rheinische Kurfürsten auf der Burg die Absetzung König Wenzels und wählten Ruprecht zum deutschen König.
Tipps
- Die Burg Lahneck liegt auf einem Felsensporn über der Lahn und ist nur über einen etwa 500 Meter langen Fußweg vom Parkplatz erreichbar.
- Geführte Besichtigungen finden stündlich statt, dauern rund 45 Minuten und werden von einer kenntnisreichen Person durchgeführt.
- Der Eintritt zur Burg ist nur im Rahmen einer Führung möglich, da das Gelände sich im Privatbesitz befindet.
Eigenschaften
Über Burg Lahneck
Die Burg Lahneck thront auf einem steil aus dem Lahntal aufragenden Felsensporn über dem linken Ufer der Lahn, direkt an der Mündung des Flusses in den Rhein. Sie liegt im Stadtteil Oberlahnstein der Stadt Lahnstein im Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Anlage wurde im 13. Jahrhundert vom Mainzer Erzbischof und Kurfürsten Siegfried III. von Eppstein als Spornburg errichtet, um das Territorium an der strategisch wichtigen Flussmündung zu sichern. Ihre Lage gegenüber von Schloss Stolzenfels unterstreicht die historische Bedeutung der Burg im Kontext der rheinischen Burgenlandschaft.
Die Architektur der Burg entspricht typischen Merkmalen spätstaufischer Baukunst, mit einem symmetrischen, länglichen Grundriss. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage mehrfach umgebaut und erweitert. So entstand im 14. Jahrhundert die Burgkapelle, die bis heute erhalten ist und einen Ablassbrief aus der Zeit um 1332 beherbergt. Im Zuge der wechselvollen Geschichte diente die Burg unter anderem als Tagungsort für Kurfürsten und wurde im 15. Jahrhundert durch einen zweiten Mauerring verstärkt. Während des Dreißigjährigen Krieges sowie im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde sie schwer beschädigt, was zu einem erheblichen Verlust an militärischer und politischer Bedeutung führte.
Heute steht die Burg Lahneck unter Denkmalschutz und befindet sich in Privatbesitz. Eine Besichtigung ist ausschließlich im Rahmen einer Führung möglich, die regelmäßig zu bestimmten Uhrzeiten stattfindet. Die Führungen bieten Einblicke in die wechselvolle Geschichte der Anlage sowie in den erhaltenen Gebäudeteil, darunter die Kapelle und der Kernhausbereich. Besucher berichten von informativen und anschaulichen Rundgängen mit fundierten Erläuterungen durch das Führungspersonal. Aufgrund der topografischen Lage ist die Burg nicht direkt mit dem Pkw erreichbar; ein kurzer Fußweg führt vom Parkplatz zur Anlage.
Die Burgkapelle ist nicht nur architektonisch bemerkenswert, sondern auch geschichtlich bedeutsam. Papst Johannes XXII. gewährte für den Besuch des Gottesdienstes in der Sankt Ulrich geweihten Kirche einen Ablass, dessen Kopie noch heute in der Kapelle ausgestellt ist. Die ursprüngliche Urkunde wird im Stadtarchiv von Lahnstein aufbewahrt. Die Burg war zudem Schauplatz historischer Ereignisse, darunter die Proklamation der Königswahl Ruprechts von der Pfalz im Jahr 1400 durch die rheinischen Kurfürsten.