Kirche/Kloster

Pfarrkirche St. Wolfgang

Sankt-Wolfgang-Platz 9, 84034 Landshut

Highlights

  • Die Pfarrkirche St. Wolfgang in Landshut ist ein Sichtziegelbau aus den 1930er-Jahren, inspiriert von spätgotischen Backsteinkirchen wie St. Martin.
  • 1938–1942 entstand die Kirche nach Plänen von Regierungsbaumeister Friedrich Haindl, mit gotisierenden Elementen wie Maßwerk-ähnlichen Schallöffnungen im Turm.
  • Ihre Ausstattung umfasst originale Bronzereliefs (z. B. *Hl. Wolfgang*), Apostelleuchter und eine Sakristeiglocke; 1994 erfolgte eine Neugestaltung des Innenraums.

Tipps

  • Der Turm der Kirche zeigt gotische Anklänge durch die strukturierte Gitterform der Schallöffnungen, die an Maßwerkfenster erinnern.
  • Ein handschriftlicher Brief aus dem Pfarrarchiv dokumentiert die historische Bedeutung der Kirche durch den Bezug auf den heiligen Wolfgang und die Planung des Wandbildentwurfs.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur & Sakral: Pfarrkirche St. Wolfgang Landshut

Die Pfarrkirche St. Wolfgang in Landshut ist ein bedeutendes sakrales Bauwerk im Herzen der Stadt und ein prägendes Beispiel für den Kirchenbau des frühen 20. Jahrhunderts. Die Kirche entstand in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg als Teil der rasanten Siedlungsentwicklung im damaligen Neubaugebiet, das sich durch die Errichtung des Landshuter Bahnhofs und die Ansiedlung industrieller Betriebe wie der „Anglo-Swiss-Biscuit-Fabrik“ (heute Schokoladenfabrik Brandt) beschleunigt hatte. Die Siedlung, benannt nach Straßen mit Bezügen zum Bayerischen Wald, entstand entlang der Altdorfer Straße und umfasste Wohnhäuser für Kriegsversehrte und Siedler des Reichskriegerbundes.

Der Entwurf für die heutige Pfarrkirche stammte vom Architekten Friedrich Haindl, einem renommierten bayerischen Baumeister, der später auch an anderen Landshuter Sakralbauten wie der Pfarrkirche Fürstenstein mitwirkte. Haindl gestaltete die St. Wolfgang als Sichtziegelbau in Anlehnung an die spätgotischen Backsteinkirchen der Region, insbesondere an die St. Martin und St. Martin in Landshut. Besonders charakteristisch sind die filigranen Betonelemente im Turm, die an gotisches Maßwerk erinnern, sowie die Wasserspeier am Hauptportal.

Die Innengestaltung der Kirche vereint traditionelle und moderne Elemente. Der Altar, ursprünglich leicht erhöht, wurde 1994 im Zuge einer Neugestaltung dem Boden angeglichen, während die farbigen Kunststeinfliesen des Fußbodens, die Apostelleuchter und die Sakristeiglocke bis heute erhalten geblieben sind. Die beiden ehemaligen Seitenaltäre mit Bronzereliefs – „Maria als Schutzfrau der Pfarrei“ und „Heiliger Wolfgang“ – waren ursprünglich Teil der Ausstattung und spiegeln den patronalen Bezug der Kirche wider. Die Kirche dient bis heute als zentraler Ort des Gemeindelebens und bietet neben Gottesdiensten auch Raum für kulturelle Veranstaltungen und Bildungsangebote, etwa in Zusammenarbeit mit dem Christlichen Bildungswerk Landshut.

Die Pfarrkirche St. Wolfgang ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein lebendiger Teil der Landshuter Kirchengeschichte. Sie verkörpert den spirituellen und sozialen Wandel der Stadt nach dem Ersten Weltkrieg und bleibt bis heute ein Ort der Begegnung und des Glaubens. Mit ihrem einzigartigen Stil und ihrer historischen Bedeutung zieht sie Besucher und Gläubige gleichermaßen an – ein Beweis für die anhaltende Bedeutung sakraler Baukunst in der Region.

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