Alte Burg
Highlights
- Die Alte Burg ist ein frühkeltischer Kult- und Versammlungsplatz auf einem Bergsporn bei Langenenslingen.
- Die Anlage umfasst drei Wälle und Gräben und ist etwa 2 Hektar groß.
- Archäologische Funde datieren die Burg in das 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr.
Tipps
- Der ausgeschilderte Wanderweg zur Alte Burg ist gut geeignet für einen kurzen Spaziergang und führt überwiegend eben durch den Wald.
- Auf dem Plateau sind die Reste von Wällen und Gräben sowie ein Grabhügel zu erkennen, ergänzt durch informative Schautafeln vor Ort.
- Die Anlage liegt auf einem langgestreckten Bergsporn und bietet durch ihre Lage einen guten Überblick über die Umgebung.
Eigenschaften
Ausflug zur Alten Burg in Langenenslingen – Kultur und Archäologie entdecken
Die „Alte Burg“ bei Langenenslingen im Landkreis Biberach ist eine bedeutende archäologische Stätte und zählt zu den faszinierendsten Kulturdenkmälern der Region. Obwohl der Name „Burg“ suggeriert, dass es sich um eine mittelalterliche Wehranlage handelt, ist die Stätte in Wirklichkeit ein frühkeltischer Kult- und Versammlungsplatz, dessen Ursprünge weit vor der Zeitenwende liegen. Frühere Theorien über eine römische Nutzung oder eine spätmittelalterliche Burg erwiesen sich als Irrtümer. Heute zeugt die gut erhaltene Struktur der Anlage von einer komplexen künstlichen Gestaltung des Geländes, das vor allem in der Eisenzeit eine zentrale Rolle spielte.
Die Anlage befindet sich auf einem langgestreckten Bergsporn, der etwa zwei Kilometer nordwestlich des Ortskerns von Langenenslingen beginnt. Die etwa zwei Hektar große Plattform ist durch drei hintereinander angelegte Wälle und zugehörige Gräben geprägt, von denen noch deutliche Reste sichtbar sind. Ein ausgeschilderter Wanderweg führt vom Parkplatz entlang der Gemeindeverbindungsstraße zu der Anlage und ermöglicht einen erlebnisreichen Aufstieg durch den Wald. Der Weg ist größtenteils eben und eignet sich daher auch für Familien mit Kindern oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Informative Schautafeln entlang des Weges vermitteln anschaulich die Geschichte und Bedeutung der Stätte.
Im Zentrum der Anlage zieht sich eine deutliche Geländestufe in Längsrichtung, die vermutlich auch als historische Gemarkungs- und Landesgrenze diente – früher trennte sie das württembergische und das hohenzollerische Herrschaftsgebiet. Im Südwesten der Spornfläche befindet sich ein auffälliger Steinhügel, der sogenannte Grabhügel, der bei archäologischen Ausgrabungen in den Jahren 2006 bis 2007 neue Erkenntnisse brachte. In einem etwa fünf Meter tiefen Schacht, der als Opferschacht interpretiert wird, fanden Forscher Knochenreste sowie Funde aus der Hallstatt- und Latènezeit. Diese Entdeckungen unterstreichen die kultische Bedeutung des Ortes.
Neben dem Hauptareal erstrecken sich entlang der Längsflanken des Sporns zwei künstliche Terrassen, deren Funktion bis heute nicht abschließend geklärt ist. Sie verlaufen jeweils etwa 15 bis 20 Meter unterhalb der Plateaukante und enden vor dem abgerundeten Spornende. Um die gesamte Anlage zieht sich zudem ein tief eingeschnittener Ringgraben mit Vorwall, der sie vom umliegenden Gelände abgrenzt. Im Nordosten wird die Anlage durch den sogenannten Hauptwall abgeschlossen – eine bis zu zwölf Meter hohe Erdwallkonstruktion, die in archäologischen Grabungen 2014 teilweise wieder freigelegt wurde. Hier entdeckten Forscher auch Reste von Trockenmauern, die die monumentale Bauweise unterstreichen.
Die Alte Burg ist nicht nur ein archäologisch wertvoller Fundort, sondern auch ein idealer Ausflugsziel für Natur- und Kulturinteressierte. Der ruhige Waldweg, die gut erhaltenen Strukturen und die anschauliche Darstellung der Geschichte machen die Stätte zu einem lohnenswerten Ziel für Spaziergänge und historische Entdeckungstouren. Mit einer Bewertung von 4,8 von 5 Sternen bei Google zeigt sich, dass Besucher die Atmosphäre und die informative Gestaltung der Anlage sehr schätzen.