Denkmal/Gedenkstätte

Kreuzherrenstift St. Matthias, Schwarzenbroich (bei Düren)

52379 Langerwehe

Highlights

  • Das Kreuzherrenstift St. Matthias in Schwarzenbroich wurde 1340 gegründet und gehörte dem Orden vom Heiligen Kreuz an.
  • Die Klosterkirche wurde 1429 konsekriert und später nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg 1712 wiederaufgebaut.
  • Heute sind nur noch überwachsene Mauerreste der ehemaligen Klosteranlage erhalten, die Teil des Jakobsweges ist.

Tipps

  • Die Ruine ist besonders im Winter gut sichtbar, da die Vegetation weniger dicht ist.
  • Für Führungen im Herbst oder Frühjahr anmelden, da die Wege sonst stark überwachsen sind.
  • Geeignete Kleidung und festes Schuhwerk empfehlen sich, um sich durch das Gelände zu bewegen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Kreuzherrenstift St. Matthias, Schwarzenbroich (bei Düren)

Die Kreuzherrenstift St. Matthias in Schwarzenbroich liegt im nordrhein-westfälischen Langerwehe, eingebettet in den Meroder Wald. Die ehemalige Klosteranlage zählt zu den bedeutenden historischen Zeugnissen des Kreuzherrenordens im Rheinland und wurde im Mittelalter am Fuße des Knosterberges errichtet. Heute sind von dem einst prachtvollen Ensemble nur noch überwachsene Mauerreste erhalten, die bis zu sechs Meter hoch aufragen. Die Ruine ist überdies Teil der Pilgerstraße, die vom Jakobsweg führt und mit der Jakobsmuschel gekennzeichnet ist.

Die Gründung des Klosters geht auf das Jahr 1340 zurück, als Erzbischof Walram von Köln die Errichtung genehmigte. Es wurde vom Kreuzherrenorden bewohnt, der hier eine reiche und einflussreiche Gemeinschaft etablierte. Die Brüder stammten überwiegend aus dem rheinischen Adel und brachten beim Eintritt in den Orden beträchtliche Güter mit ein. Diese Zuwendungen ermöglichten den Neubau der Klosterkirche, die Mitte des 15. Jahrhunderts geweiht wurde. Neben dem Gottesdienst engagierten sich die Kreuzherren in der Seelsorge und betrieben ein Hospital in Geich.

Im Laufe der Jahrhunderte erlebte das Kloster mehrere Umbauten und Renovierungen. Im Zuge der Säkularisierung wurde es 1802 aufgelöst und später verkauft. Eine industrielle Nutzung als Vitriol- und Alaunfabrik führte 1835 zu einem Großbrand, der die Gebäude schwer beschädigte. Danach geriet die Anlage immer mehr in Verfall. Während des Zweiten Weltkriegs dienten die Gewölbe als Schutzräume. In den folgenden Jahrzehnten nutzten Landwirte einzelne Bereiche, doch allmählich verschwand das Gelände unter Wald und Efeu. Heute zeigt sich das Areal stark zugewuchert, was den Zugang erschwert und die Sicht auf die historischen Strukturen behindert.

Ein besonderes Kapitel der Klosterhistorie schreibt Franz Theodor Biergans, ein ehemaliges Ordensmitglied, der später als Jakobiner in der Zeit der Französischen Revolution eine politische Rolle spielte. Auch kunsthistorisch hat das Kloster Bedeutung: Teile des Antwerpener Retabels der Pfarrkirche St. Martinus in Langerwehe stammen vermutlich aus Schwarzenbroich. Die ursprüngliche räumliche Struktur der Anlage ist bis heute erkennbar, darunter Wirtschaftshof, Konventsbau, Kreuzgang und Kirchenfundamente. Die ehemaligen Gärten und Teichanlagen zeugen von der einstigen Selbstversorgung und Nutzung der umliegenden Flächen durch die Ordensgemeinschaft.

Seit 2023 setzt sich der Förderverein der Klosterruine Schwarzenbroich im Meroder Wald e. V. für den Erhalt und die Erforschung des Geländes ein. Aufgrund der eingeschränkten Zugänglichkeit und des fortschreitenden Verfalls sind Sicherungsmaßnahmen dringend geboten. Gelegentlich werden Führungen angeboten, die Einblicke in die Geschichte und Architektur des ehemaligen Stiftes ermöglichen. Die Ruine gilt als lohnenswertes Kulturdenkmal im Kreis Düren und zieht Besucher durch ihre abgelegene, idyllische Lage im Wald immer wieder an.

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