Kirche/Kloster

Mutter-Gottes-Kapelle

54308 Langsur

Highlights

  • Die Mutter-Gottes-Kapelle in Langsur wurde 1904 als Abschluss eines Kreuzwegs errichtet.
  • Der Kreuzweg führt durch Weinberge und Wald mit insgesamt 14 Stationen aus Sandstein.
  • Die sechseckige Kapelle beherbergt einen Holzaltar und Gipsfiguren, gespendet von Bürgern.

Tipps

  • Der Stationenweg zur Mutter-Gottes-Kapelle bietet historische Sandsteinstationen und eine idyllische Aussicht.
  • Ein Spaziergang auf dem nahegelegenen Vogellehr-Pfad verbindet Naturerlebnis mit kulturellem Erbe.
  • Die Kapelle ist über einen ca. 10-minütigen Fußweg von der Parkmöglichkeit aus erreichbar.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Mutter-Gottes-Kapelle

Die Mutter-Gottes-Kapelle befindet sich in der Gemeinde Langsur im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie steht idyllisch gelegen auf einer Anhöhe des sogenannten Mesenicher Kreuzbergs und bietet eine reizvolle Aussicht in die umliegende Landschaft. Der sakrale Bau wurde im Jahr 1904 als Abschluss eines Kreuzwegs errichtet, der sich vom Pfarrhof aus in die Weinberge und den Waldkamm erstreckt. Die Kapelle ist Teil eines umfangreichen Volksfrömmigkeitszeugnisses und steht am Ende eines insgesamt 14 Stationen umfassenden Weges, der sowohl durch Weinberge als auch durch Waldgebiet führt.

Der Kreuzweg entstand durch das Engagement einer Familie aus Mesenich, die 1902 die Stationsbilder in Auftrag gaben. Diese wurden vom Steinmetz Thein in Grevenmacher aus Sandstein gefertigt und entlang des Weges aufgestellt. Die Gestaltung der Stationen erfolgte dachförmig mit rechteckigen Tonreliefs, die die szenischen Darstellungen der Kreuzigungsstationen zeigen. Die Kapelle selbst ist ein sechseckiger Putzbau mit flachem Pyramidendach. Im Inneren befindet sich ein Holzaltar mit einem Vesperbild sowie Gipsfigurenschmuck, darunter Figuren wie die Schmerzhafte Mutter Gottes, Johannes und Maria Magdalena, die größtenteils aus Terrakotta gefertigt wurden.

Der Bau der Kapelle war ein Gemeinschaftsprojekt der Bevölkerung. Inspiriert durch die Initiative des damaligen Pfarrers Nikolaus Thielen, stellten die Bewohner Bauplatz, Materialien und Arbeitskraft zur Verfügung. Ohne Architekturbüro entstand das schlichte, dennoch ansprechende Gotteshaus durch ehrenamtliches Engagement: Maurer, Zimmerer, Schreiner und Spender trugen zur Errichtung bei. Die Einweihung erfolgte im Jahr 1904, nur zwei Jahre nach Fertigstellung des Kreuzwegs. Seitdem dient die Kapelle als Andachtsort, insbesondere während der Karwoche und zum Fest der Kreuzerhöhung, zu dem traditionell Prozessionen stattfanden.

Auch in den Wirren der beiden Weltkriege blieb die Kapelle erhalten. Während des Zweiten Weltkriegs befanden sich in unmittelbarer Nähe Bunkeranlagen, die gesprengt werden sollten. Ein französischer Offizier wies den damaligen Bürgermeister darauf hin, dass die Kapelle durch die Sprengungen gefährdet sei. Es wurde vereinbart, die Figuren vorübergehend zu entfernen, woraufhin die Kapelle unbeschadet blieb. Die Sakralstätte hat somit nicht nur religiöse, sondern auch historische Zeugniskraft. Heute pilgern Einzelne und Gruppen weiterhin den Kreuzweg entlang, besonders in der Fastenzeit.

Der Weg zur Kapelle ist etwa zehn Minuten zu Fuß entfernt und führt durch eine landschaftlich reizvolle Umgebung. Ein Rundweg um den Berg, als Vogellehrpfad gekennzeichnet, lädt zu einem informativen Spaziergang in die Natur ein. Auch Pokéstopps entlang des Weges machen den Aufenthalt für verschiedene Zielgruppen interessant. Die gepflegte Anlage und die ruhige Lage machen die Mutter-Gottes-Kapelle zu einem sehenswerten kulturellen und sakralen Ort im Trier-Saarburger Land.

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