Kirche/Kloster

Ev. Kirche Lanz

Am Ring, 19309 Lanz

Highlights

  • Die heutige Kirche in Lanz entstand 1424–1440 nach einem Brand durch Reymar von Plesse und bewahrt gotische Bauspuren wie das älteste Holzkirchturm-Gerüst Norddeutschlands (1476/77).
  • Der frühbarocke Kanzelaltar (1701) und das spägotische Gestühl (um 1450/1500) zeigen die wechselvolle Geschichte der Ausstattung.
  • 1954–1956 sanierte die Gemeinde Kirche und Turm – inklusive des Geburtshauses des Turnvaters Friedrich Jahn – nach kommunistischen Zerstörungen.

Tipps

  • Die Kirche in Lanz zeigt Reste der ursprünglichen Mauerwerkskonstruktion aus dem 15. Jahrhundert an der Westmauer des Turms.
  • Das Gestühl der Kirche stammt aus der Spätgotik und Frührenaissance und weist drei unterschiedliche Wangenverzierungen auf.
  • Die Ausstellung ‚Lebendige Steine‘ verbindet historische Informationen mit partizipativen Elementen für Besucher aller Altersgruppen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Ev. Kirche Lanz – Sakrale Kultur in Lanz

Die Evangelische Kirche Lanz ist ein historisches Juwel im Herzen des Ortes und ein faszinierender Zeuge der regionalen Bau- und Kirchengeschichte. Ihr heutiges Erscheinungsbild geht auf den Wiederaufbau nach einem verheerenden Brand zurück, der 1424 durch Brandstiftung des Lehnsmanns Reymar von Plesse ausgelöst wurde. Die Kirche wurde zwischen 1424 und 1440 neu errichtet und vereint späte Gotik mit barocken Elementen – ein Beleg für die lebendige Entwicklung des Sakralbaus über die Jahrhunderte.

Besonders beeindruckend ist der Holzkirchturm, dessen innere Konstruktion mutmaßlich die älteste im norddeutschen Raum ist und auf die Jahre 1476/77 zurückgeht. Die äußere Fassade wurde später im 17. Jahrhundert überformt und mehrfach erneuert, zuletzt 1998/99. An der Westmauer des Turms finden sich noch Reste der älteren Vorgängerkirche, die auf den ursprünglichen, kleinen Eingang hinweisen. Der Turm ist nicht nur architektonisch, sondern auch akustisch ein besonderer Ort – seine Glocke erklingt seit Generationen über Lanz.

Das Innere der Kirche besticht durch eine Mischung aus historischen Schätzen und barocker Pracht. Der frühbarocke Kanzelaltar aus dem Jahr 1701 ersetzt einen älteren Altar, während das Gestühl mit seinen drei unterschiedlichen Wangenverzierungen aus der Spätgotik und Frührenaissance (um 1450–1500) stammt – das älteste Einrichtungsstück der Kirche. Auch der Taufengel aus der Barockzeit gehört zu den bemerkenswerten Kunstwerken, die die Vielfalt der Epochen widerspiegeln.

Die Kirche war nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch der Begegnung: In den 1950er-Jahren wurde sie nach Jahren des Verfalls gemeinsam mit dem Lanzer Pfarrhaus (dem Geburtshaus des deutschen Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn) saniert. Heute lädt die Kirche mit ihrer Ausstellung „Lebendige Steine“ zu einer sinnlichen Entdeckungsreise ein. Durch partizipative Elemente und persönliche Geschichten von Lanzer Bürgerinnen und Bürgern – etwa aus der Zeit der DDR – werden die Steine und Räume „lebendig“. Ein begleitendes Ausstellungsbuch vertieft die Themen für alle Altersgruppen.

Mit einer Google-Bewertung von 4,5 Sternen ist die Evangelische Kirche Lanz ein geschätzter Ort der Kultur und Andacht. Ob als historisches Denkmal, künstlerischer Raum oder Ort der Begegnung – sie verbindet Tradition mit zeitgenössischer Erzählweise und bleibt ein zentraler Punkt für Besucher, die das kulturelle Erbe der Region erleben möchten.

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