Pulverturm
Highlights
- Das Pulvertürmchen ist der einzige erhaltene Torturm der ehemaligen Brennergassenvorstadt.
- Es wurde im 15. Jahrhundert als Teil der Stadtbefestigung errichtet.
- Heute prägt es zusammen mit anderen Bauten das Stadtbild von Kempten.
Tipps
- Der Pulverturm ist ein kleiner runder Turm aus dem 15. Jahrhundert und Teil der historischen Stadtbefestigung von Kempten.
- Er stand vermutlich mit der Lagerung von Schießpulver in Verbindung, was auch seinen Namen erklärt.
- Vom ehemaligen Mauerring sind heute nur noch wenige Reste erhalten, darunter der Pulverturm auf der Burghalde.
Eigenschaften
Über Pulverturm
Der Pulverturm in Kempten (Allgäu) ist ein kleiner, historischer Turm aus dem 15. Jahrhundert und zählt zu den letzten erhaltenen Überresten der ehemaligen Stadtbefestigung der Reichsstadt. Er befindet sich in der Brennergassenvorstadt, einem der Stadtviertel, das im Spätmittelalter in die städtische Befestigungsanlage integriert wurde. Der Name „Pulverturm“ weist möglicherweise auf eine frühere Nutzung als Pulvermagazin hin, was angesichts seiner Funktion innerhalb der Stadtmauer durchaus plausibel ist. Die Bezeichnung „Schweden-Türmlein“ ist ebenfalls geläufig und verweist auf die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, als die Stadtmauer erhebliche Zerstörungen erlitt.
Die Stadtbefestigung von Kempten entstand ab dem späten 13. Jahrhundert, nachdem der Flusslauf der Iller verlegt worden war. Dieser Umbau ermöglichte den Anschluss der Siedlung an das Kloster und schuf die räumlichen Voraussetzungen für eine umlaufende Stadtmauer. Im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts wurde die Befestigung mehrfach erweitert, um auch die beiden Vorstädte – die Brennergassenvorstadt und die Illervorstadt – in den Schutz einzubeziehen. Der Pulverturm ist Teil dieser späteren Befestigungsanlagen und markiert einen Abschnitt der ehemaligen Stadtmauer, die heute weitgehend verschwunden ist.
Der Turm steht heute etwas abseits des eigentlichen historischen Stadtkerns und ist ein Zeugnis der militärischen Architektur des Mittelalters. Ursprünglich verfügten die Kemptener Stadtmauern über mehrere Tore und Türme, von denen heute nur noch wenige erhalten geblieben sind. Neben dem Pulverturm zählen dazu unter anderem der Turm auf der Burghalde sowie eine Seitenbastion des ehemaligen Klostertores. Während viele Mauerabschnitte im Zuge der politischen und städtebaulichen Veränderungen des 19. Jahrhunderts abgerissen wurden, blieb der Pulverturm erhalten und prägt seither das Stadtbild.
Die Bauweise des Turms entspricht den technischen Möglichkeiten und Vorgaben seiner Zeit: Aus Sandstein errichtet, verfügte er ursprünglich über Wehrgänge, Zinnen und Schießscharten. Diese Elemente dienten sowohl der Verteidigung als auch der Anpassung an den jeweiligen Geländeverlauf. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Turm mehrfach umgebaut, was sich noch heute an der Struktur und den erhaltenen Bauteilen ablesen lässt. Seine Funktion als Teil der Stadtbefestigung verlor er im Zuge des Niedergangs der Reichsstadt und der Übernahme durch Bayern Mitte des 19. Jahrhunderts.