Gelbe Kabine
Highlights
- Das Kunstwerk erinnert an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und wurde am 20. September 2018 eingeweiht.
- Die markante gelbe Farbe und die besondere Form machen die Kabine zu einem auffälligen Wahrzeichen des Standorts.
Tipps
- Die gelbe Kabine ist ein begehbares Kunstwerk, das an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erinnert.
- Das Objekt kann von Hand gedreht werden und steht im Freien auf dem Gelände des Bundesamts für Strahlenschutz.
- Ein Besuch lohnt sich besonders für Interessierte an zeitgenössischer Kunst und Geschichtspolitik.
Eigenschaften
Über Gelbe Kabine
Die Gelbe Kabine ist eine auffällige Skulptur in Salzgitter Lebenstedt und befindet sich auf dem Gelände der Willy-Brandt-Straße. Das Kunstwerk wurde im Rahmen eines Wettbewerbs für Kunst am Bau durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Auftrag gegeben und realisiert. Es handelt sich um einen originalgetreuen Nachbau einer Riesenradgondel, wie sie im ehemaligen Vergnügungspark der ukrainischen Geisterstadt Prypjat nahe des Kernkraftwerks Tschernobyl zu finden war. Die Kabine erinnert an die Reaktorkatastrophe von 1986, die maßgeblich zur Gründung des Bundesamts für Strahlenschutz führte, dessen Erweiterungsgebäude direkt neben der Skulptur steht.
Die markante gelbe Farbe der Kabine hebt das Kunstwerk deutlich vom Stadtbild ab und verleiht dem Standort ein besonderes Profil. Die Skulptur ist begehbar und kann von Besucherinnen und Besuchern per Hand um ihre eigene Achse gedreht werden. Diese Interaktivität sich physisch und symbolisch mit dem Objekt auseinanderzusetzen. Die Kabine steht nicht nur als ästhetisches Element, sondern erfüllt eine tiefere erinnerungspolitische Funktion, indem sie auf die unsichtbaren Risiken der Kernenergie und die langanhaltenden Folgen von Strahlungskatastrophen hinweist.
Die Gelbe Kabine wurde als Teil des Neubaus des Bundesamts für Strahlenschutz konzipiert, das in unmittelbarer Nähe beherbergt wird. Die BImA übergab das Werk offiziell im Jahr der Fertigstellung des Gebäudes. Die Künstlerin Iris Musolf, gebürtige Hannoveranerin, entwarf die Skulptur als Siegerentwurf des ausgelobten Wettbewerbs. Die Kabine verknüpft auf eindringliche Weise die Geschichte des Standortes mit globalen Ereignissen und verdeutlicht die gesellschaftliche Verantwortung im Umgang mit nuklearen Technologien.
Das Objekt wird in der Öffentlichkeit als Mahnmal verstanden, das an die Ereignisse rund um Tschernobyl erinnert. Es ist zugleich ein künstlerisches Statement, das Raum für Nachdenklichkeit und Diskussion bietet. Die Kabine steht somit nicht nur im physischen Sinne am Eingang des Dienstgebäudes, sondern auch im symbolischen Zentrum der Aufgaben des Bundesamts für Strahlenschutz. Bewertungen von Besucherinnen und Besuchern bezeichnen das Werk als nachdenklich stimmend und historisch bedeutsam.