Kulturzentrum

Schautafel Timmdorf / Defibrillator

Dorfstraße 54, 23714 Malente-Timmdorf

Highlights

  • In Timmdorf steht eine Schautafel zur Dorfgeschichte, darunter die Winterschule von 1669 und Schulhof-Entwicklung ab 1887.
  • Am Gemeindezentrum befindet sich ein öffentlich zugänglicher Defibrillator für Notfälle in der Region Malente-Timmdorf.

Tipps

  • Die Schautafel bietet historische Einblicke in die Entwicklung des Ortes Timmdorf, insbesondere zur Schulgeschichte und regionalen Besonderheiten.
  • Ein barrierefreier Zugang ermöglicht es allen Besuchern, die Informationen zur Dorfchronik und lokalen Traditionen zu erkunden.
  • Die Darstellung historischer Ereignisse wie der Zwangsumsiedlungen im Zweiten Weltkrieg wird sachlich und informativ aufgearbeitet.

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Kulturzentrum Malente-Timmdorf: Schautafel & Defibrillator

Die Schautafel Timmdorf / Defibrillator in Malente-Timmdorf bietet einen faszinierenden Einblick in die bewegte Geschichte des Dorfes und seiner Bewohner. Timmdorf, ein Ort mit über Jahrhunderte altem Charakter, war einst geprägt von einer lebendigen Schultradition. Bereits im 17. Jahrhundert fand hier eine „Winterschule“ unter dem Lehrer Max Plath statt, die den Grundstein für den späteren Unterricht legte. Später wurde ein neues Schulgebäude auf dem heutigen Platz errichtet, wobei der Schulhof zunächst die Dorfstraße darstellte – ein ungewöhnlicher, aber typischer Ausdruck der engen räumlichen Verhältnisse früherer Zeiten.

Ab dem späten 19. Jahrhundert entwickelte sich der Schulhof zu einem zentralen Ort im Dorfleben. Zwischen 1887 und 1922 wurde er auf dem Grundstück zwischen Schule und Trentsee angelegt und durch eine große Hecke vom See abgetrennt, was den Kindern nicht nur einen Rückzugsort, sondern auch eine natürliche Grenze bot. Die Nähe zum Trentsee prägte das Dorf nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell: Der See diente als Ort der Erholung und des Sports, wie die spätere Errichtung einer behindertengerechten Anglerbrücke zeigt – ein Zeichen für die moderne Anpassung an die Bedürfnisse der Gemeinschaft.

Die Geschichte Timmdorfs ist eng mit den Menschen verbunden, die das Dorf über Generationen hinweg geprägt haben. Durch das Zusammenführen alter Urkunden aus Familienarchiven, Kirchenprotokollen und dem Landesarchiv entstand eine umfassende Dorfchronik, die Einblicke in die soziale und wirtschaftliche Verfasstheit des Ortes gibt. Besonders die Bewahrung alter Flur- und Familiennamen spiegelt den Stolz auf die eigene Vergangenheit wider – ein Erbe, das bis heute lebendig gehalten wird.

Doch die Geschichte Timmdorfs war auch von Herausforderungen geprägt. Im 20. Jahrhundert erlebte das Dorf wie viele andere Regionen die Folgen von Zwangsumsiedlungen: Im Jahr 1940 wurden Bewohner auf Befehl der NS-Führung in Trecks über hunderte Kilometer in das „Generalgouvernement im Osten Polens“ deportiert. Dort übernahmen sie Höfe von vertriebenen oder zur Zwangsarbeit verurteilten Polen – ein dunkles Kapitel, das die Dorfgemeinschaft bis heute nicht unberücksichtigt lässt.

Trotz dieser historischen Belastungen bleibt Timmdorf ein Ort des Zusammenhalts und der Tradition. Das Dorfleben wird bis heute durch Feste wie das Eierlaufen, Sacklaufen oder musikalische Aufführungen geprägt, bei denen sich Groß und Klein versammeln. Auch ehrenamtliches Engagement, wie die Baumpflege am nahen Himberg durch den langjährigen Timmdorfer Baumpfleger Eckard Schulte, zeigt, wie sehr die Gemeinschaft ihr Dorf aktiv mitgestaltet. Die Schautafel an diesem Standort erinnert nicht nur an die Vergangenheit, sondern auch daran, dass Geschichte und Gegenwart hier eng verwoben sind – ein Ort, an dem man die Spuren der Zeit spüren kann.

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