Museum

Museum Haus Lebuser Land

Schulstraße 7, 15326 Lebus

Highlights

  • Das Museum Haus Lebus Land zeigt Dauerausstellungen zur regionalen Geschichte, darunter slawische und deutsche Siedlungsphasen sowie die Bedeutung der Lebuser Burg als Handelszentrum.
  • Im Dachgeschoss präsentiert das Museum das Leben und Werk des Dichters Günter Eich, eines der produktivsten Hörspielautoren der deutschen Literaturgeschichte.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur-Museum Lebus: Haus Lebuser Land entdecken

Das Museum Haus Lebuser Land in Lebus ist ein faszinierender Einblick in die jahrhundertelange Geschichte und kulturelle Vielfalt dieser Region. Eingebettet in die malerische Kleinstadt Lebus, die durch ihre landschaftlichen Reize wie den Schloss- und Turmberg sowie die berühmten Adonisröschen-Hänge im Frühling besticht, erzählt das Museum die spannende Entstehungsgeschichte des Lebuser Landes. Die slawischen Bewohner, ursprünglich aus dem Gebiet des heutigen Russlands, hinterließen mit der Errichtung einer der ältesten und größten Wehranlagen im mitteldeutschen Raum ihre Spuren.

Ein zentraler Ort dieser Geschichte war die Burg Lebus, die im 11. Jahrhundert von den schlesischen Piasten als Kastellaneisitz genutzt wurde. Später entwickelte sie sich zu einem wichtigen Handelszentrum an der alten Handelsstraße, die von Flandern über Magdeburg bis nach Posen führte. Die strategische Lage machte Lebus zu einem umstrittenen Gebiet zwischen deutschen und polnischen Herrschern, bis es schließlich 1287 fest in die Mark Brandenburg integriert wurde. Die Blütezeit des Bistums Lebus im 13. Jahrhundert und die Errichtung der Petri-Kirche als ältester Sakralbau der Region unterstreichen die religiöse und politische Bedeutung der Stadt.

Das Museum selbst befindet sich in einem historischen Gebäude, das ursprünglich als Pfarr- und Küsterhaus sowie später als Schulhaus diente. Nach einem großen Stadtbrand im frühen 19. Jahrhundert wurde es neu errichtet und im 20. Jahrhundert durch den Heimatverein Lebus saniert. Heute beherbergt es Dauerausstellungen, die die kulturelle Vermischung der Region lebendig werden lassen. Im Erdgeschoss präsentiert eine moderne Ausstellung mit neu beschafften Vitrinen die archäologischen Funde und historischen Entwicklungen des Lebuser Landes. Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung zur Kunst: Der Maler Günter Eich, der hier zeitweise lebte, findet im Dachgeschoss eine eigene Ausstellung, die sein literarisches und künstlerisches Schaffen würdigt.

Die Ausstellung zu Eich, einem der bedeutendsten Hörspielautoren Deutschlands, zeigt, wie die Region auch für Künstler eine Quelle der Inspiration war. Durch die Verbindung von regionaler Geschichte, sakraler Architektur und literarischem Erbe bietet das Museum Haus Lebuser Land einen einzigartigen Einblick in die vielschichtige Identität des Lebuser Landes. Ob als Teil der slawischen Volksburgen, als Handelsplatz an der Oder oder als künstlerische Muse – Lebus war stets ein Ort des Austauschs und der Begegnung.

Besucher können hier nicht nur die historischen Schichten des Landes nachvollziehen, sondern auch die lebendige Tradition der Aurither Kultur erkunden, die als lokale Ausprägung der Lausitzer Kultur gilt. Das Museum verbindet so auf anschauliche Weise Vergangenheit und Gegenwart und lädt dazu ein, die Besonderheiten dieser einzigartigen Region zu entdecken.

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