Schipper Klottje Leer e.V.
Highlights
- Schipper Klottje Leer e.V. bewahrt historische Tjalken und Schiffsarchitektur aus dem 19. Jh. durch Restaurierung und Präsentation.
- Der Verein zeigt Leeraner Hafen- und Schifffahrtsgeschichte durch Postkarten aus dem Bildarchiv von Klaus Tietjen (1899–1942).
- Mit Ausstellungen zu Segelschiffen, Gewerbe und Alltagsleben dokumentiert der Verein die Verbindung von Leda, Ems und Überseehandel.
Tipps
- Die Ausstellung bietet einen Einblick in die historische Entwicklung des Leeraner Hafens durch farbige Postkarten aus der Zeit zwischen 1899 und 1918.
- Restaurierte Tjalken und andere historische Schiffe dokumentieren die Bedeutung der Schifffahrt für die regionale Entwicklung und deren heutige Nutzung in der Freizeitschifffahrt.
Eigenschaften
Kultur & Museum in Leer: Schipper Klottje e.V.
Der Schipper Klottje Leer e.V. ist ein lebendiges Museum der ostfriesischen Schifffahrtsgeschichte und ein faszinierender Einblick in das maritime Erbe der Stadt Leer. Der Verein bewahrt die Tradition der Seefahrt und des Hafenlebens, wie sie sich über Jahrhunderte in der Region entwickelt hat. Im Mittelpunkt stehen historische Schiffe, darunter restaurierte Tjalken – typische Frachtsegler, die einst den Handel zwischen Leer und den Küstenregionen prägten. Diese Schiffe sind heute nicht nur Zeugnisse handwerklicher Meisterleistung, sondern auch aktive Teilnehmer an Festen und Veranstaltungen, die die Verbindung zur maritimen Vergangenheit lebendig halten.
Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung des Vereins zur Geschichte des Leeraner Hafens, der seit jeher als zentraler Knotenpunkt für Handel und Verkehr diente. Die Postkarten aus dem Bildarchiv von Klaus Tietjen zeigen ein lebendiges Hafenbild aus dem letzten Jahrhundert – von dampfenden Passagierschiffen vor dem Rathaus bis zu den ersten Ansiedlungen an der Leda. Die Aufnahmen dokumentieren nicht nur die architektonische Entwicklung, sondern auch den Alltag der Menschen, die hier arbeiteten und lebten. Ein besonderes Highlight ist die Darstellung der Evenburg und der Haneburg, die die historische Landschaft der Geestzunge prägen, auf der Leer entstand.
Der Verein verbindet historische Exponate mit zeitgenössischen Erzählungen: So werden etwa die Häuser des Fabrikanten Bernhard Connemann oder die Kaffeerösterei des Groninger Jansonius (erbaut 1872) in den Kontext der wirtschaftlichen Blütezeit des Hafens gestellt. Auch der Ruderverein Leer, seit 1903 aktiv, wird in den Ausstellungen thematisiert – ein Zeichen für den sportlichen und gesellschaftlichen Einfluss der Schifffahrt auf die Region. Die Postkarten aus den Jahren 1899 bis 1918 zeigen zudem, wie sich der Hafen durch den Bau des Zollhauses (1862) und des Kaiserlichen Postamts (1885/86) zu einem modernen Handelsplatz entwickelte.
Besucher können hier nicht nur Schiffe bewundern, sondern auch die Entwicklung Leers von einer kleinen Hafenstadt zur wichtigen Handelsmetropole nachvollziehen. Die historischen Aufnahmen, darunter eine Aufnahme von 1942 mit einem Fahrgastschiff unter der Rathausbrücke, vermitteln ein Gefühl für die Dynamik des Hafens – von der Leda als lebendiger Wasserstraße bis zu den heutigen Freizeitschiffen, die die Tradition weiterführen. Der Schipper Klottje Leer e.V. ist damit mehr als ein Museum: Er ist ein Ort der Erinnerung, der die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart lebendig hält.
Für Kulturinteressierte und Geschichtsbegeisterte bietet der Verein eine einzigartige Möglichkeit, die maritime Identität Ostfrieslands zu erkunden. Die Ausstellung zeigt, wie sich das Leben am Wasser von der Segelschifffahrt über den Handel bis hin zur modernen Freizeitnutzung gewandelt hat – immer geprägt von dem besonderen Charakter der Leda als Flussschleife, die Leer zu einem besonderen Ort machte. Wer die Geschichte Leers hautnah erleben möchte, findet hier eine Fülle an authentischen Dokumenten und restaurierten Schätzen, die die Seele der Region widerspiegeln.