Denkmal/Gedenkstätte

Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager

Hauptkanal Rechts 58, 26871 Papenburg

Highlights

  • Das DIZ Emslandlager sammelte ab 1981 Zeitzeugenberichte, Dokumente und Medien von Moorsoldaten und Überlebenden des NS-Terrors im Emsland.
  • Seit 2011 ist das DIZ als Kooperationspartner der Gedenkstätte Esterwegen Teil der historischen Aufarbeitung der Lager VIII–XV und ihrer Opfer.
  • Die Sammlung dokumentiert rassistische Lagerhierarchien, besonders die systematische Vernachlässigung sowjetischer Kriegsgefangener als ‚Untermenschen‘.

Tipps

  • Die Dauerausstellung bietet einen strukturierten Überblick über die historischen Hintergründe des Emslandlagers und die Lebensbedingungen der Häftlinge.
  • Im Rahmen der Bildungsarbeit werden regelmäßig Führungen angeboten, die sich auf historische Quellen und Zeitzeugenberichte stützen.
  • Die Sammlung des DIZ umfasst originale Dokumente, Fotos und Tonaufnahmen, die für die Recherche zur Lagergeschichte genutzt werden können.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

DIZ Emslandlager Papenburg – Kulturdenkmal-Ausflug

Das Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager in Papenburg ist eine bedeutende Mahn- und Gedenkstätte, die sich der Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Konzentrationslager im Emsland widmet. Seit seiner Gründung stand es in engem Austausch mit Überlebenden, deren Zeugnisse und Erinnerungen bis heute die Grundlage für Ausstellungen und Projekte bilden.

Bis 1938 entstanden im mittleren und südlichen Emsland acht weitere Lager, darunter Wesuwe, Versen, Fullen und Dalum, die insgesamt Tausende Gefangene beherbergten. Die Häftlinge – darunter Kommunisten, Sozialisten, Gewerkschafter und später auch Kriegsgefangene – litten unter extremen Bedingungen: Zwangsarbeit in Mooren, Hunger, Krankheiten und systematische Vernachlässigung. Besonders grausam war die Behandlung sowjetischer Soldaten, die als „Untermenschen“ diffamiert und gezielt dem Hungertod preisgegeben wurden.

Das DIZ entstand aus der Initiative lokaler Initiativen und wissenschaftlicher Kreise, die ab den 1980er-Jahren systematisch Zeugnisse der Überlebenden sammelten – von handschriftlichen Berichten über Tonaufnahmen bis hin zu Videodokumenten. 1984 zog die Sammlung in ein erstes Gebäude in Papenburg, wo erste Ausstellungen entstanden. Seit 2011 arbeitet das DIZ eng mit der Gedenkstätte Esterwegen zusammen, deren Ausstellung heute viele der gesammelten Quellen und Erinnerungen integriert. Dennoch bleibt das DIZ ein wichtiger Ort der Erinnerung, der durch Vorträge, Workshops und Begegnungen mit Zeitzeugen die Geschichte lebendig hält.

Als Mahnmal und Bildungsstätte richtet sich das DIZ an ein breites Publikum: Schülergruppen, Studierende und interessierte Besucher können hier die Verbrechen des NS-Regimes verstehen und die Schicksale der Opfer würdigen. Durch die Verbindung von Archivarbeit, Ausstellungen und lebendiger Geschichtswerkstatt leistet das Zentrum einen unverzichtbaren Beitrag zur Aufklärung und zur Erinnerungskultur im Emsland. Besonders die langjährige Organisation von „Moorsoldatentreffen“ bis 2007 zeigte die Bedeutung des Ortes als Raum des Austauschs zwischen Überlebenden und der Gesellschaft.

Das DIZ Emslandlager ist damit nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch ein Ort des Widerstands gegen das Vergessen. Es dokumentiert die Geschichte der Lager systematisch und macht sie für zukünftige Generationen zugänglich – damit aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wird. Als Kooperationspartner der Gedenkstätte Esterwegen bleibt es ein fester Bestandteil der regionalen Erinnerungskultur und ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus.

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