Kirche/Kloster

Kath. Pfarramt

Straubinger Str. 13, 94339 Leiblfing

Highlights

  • Das katholische Pfarramt Leiblfing besteht seit dem 12. Jahrhundert mit einem uralten Pfarrgebiet, das sich kaum verändert hat.
  • Die Pfarrkirche beherbergt historische Reliquien wie ein 1500er Holzrelief und einen gotischen Flügelaltar mit Marienpatronat.
  • Rollstuhlgerechter Zugang und Parkplatz sowie ein 1830 erbauter Pfarrhof prägen die barrierefreie Infrastruktur seit Jahrzehnten.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Eintritt in das Pfarramt.
  • Ein historisches Archiv bietet die Möglichkeit, in alte Dokumente und Unterlagen einzusehen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Katholische Kirche Leiblfing – Sakrale Kultur entdecken

Das katholische Pfarramt in Leiblfing ist ein historisch bedeutsames Zentrum des christlichen Lebens in diesem malerischen Ort des Landkreises Straubing. Leiblfing zählt zu den über dreißig traditionellen „-ing“-Orten der Region und besitzt eine Pfarrstruktur, die auf ein uraltes, sich nur langsam wandelndes Pfarrgebiet zurückgeht. Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Kirche verbunden, wie die frühen urkundlichen Erwähnungen des Namens „Lipolfinga“ belegen – ein Zeugnis für eine jahrhundertelange Kontinuität.

Besonders prägend war die Verbindung Leiblfings zum Deutschorden: Schon 1278 vermachte die Kommende in Gangkofen dem Ritterorden mehrere Höfe und die Schmiede des Ortes, die bis heute an gleicher Stelle besteht. Die religiöse Tradition spiegelt sich auch in Kunstwerken wider, wie dem Holzrelief aus dem 16. Jahrhundert, das die Heiligen Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist zeigt. Dieses Relief überstand die Jahrhunderte und ist heute noch in der Pfarrkirche zu bewundern – ein Symbol für die ungebrochene Glaubenspraxis der Gemeinde.

Die Pfarrkirche selbst durchlief im Laufe der Zeit mehrere Bauphasen. Nach einem Brand wurde im 17. Jahrhundert der gotische Chor errichtet, der bis 1959 das Herzstück der Kirche bildete. Der berühmte Flügelaltar, gewidmet der „Krönung der Mutter Gottes“, sowie das seit 1668 bestehende Heilige Grab und die Weihnachtskrippe seit 1674 zeugen von der spirituellen Tiefe des Ortes. 1707 folgte der Neubau des Langschiffs und des Turms unter Leitung des Straubinger Maurermeisters Jakob Ruesch, der auch an der St.-Leonhard-Kirche in Straubing mitwirkte.

Das Pfarrhaus selbst wurde 1830 neu errichtet und ersetzte einen Vorgängerbau aus dem Jahr 1597. Der heutige Kirchturm in seiner heutigen Form entstand 1847, während die Pfarrbeschreibung von Dekan Matthias Zirngibl aus dem Jahr 1859 ein lebendiges Bild einer gut organisierten Seelsorge zeichnet. Im 19. Jahrhundert prägten Pfarrer wie Max Moser und Josef Pritzl die Gemeinde, während 1879 die Schreiner Götz, Groß und Markl den Hauptaltar und die Seitenaltäre im gotischen Stil umgestalteten. 1893 wurde der Friedhof schließlich außerhalb des Dorfes angelegt, was die räumliche Struktur der Pfarrei weiter festigte.

Das Pfarramt selbst ist heute ein Ort der Begegnung und des historischen Erbes. Mit einem rollstuhlgerechten Zugang und einem gleichfalls barrierefreien Parkplatz bietet es allen Besuchern die Möglichkeit, die reiche Tradition Leiblfings zu erleben. Im historischen Archiv können Interessierte in alte Dokumente und Aufzeichnungen eintauchen, während der seit 1951 erscheinende Pfarrbote die Gemeinde bis heute mit Nachrichten aus Kirche und Dorf verbindet. Die 1955 errichtete Schwesternstation und die 1999 erfolgte Generalsanierung mit Anbau unterstreichen die lebendige Weiterentwicklung des Ortes – stets verankert in seiner jahrhundertealten Geschichte.

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