Rosenbaumsche Laubhütte
Highlights
- Die Rosenbaumsche Laubhütte in Zell am Main ist ein erhaltener Teil des ehemaligen jüdischen Gemeindelebens.
- Errichtet im 19. Jahrhundert, diente sie als Sukka für das Laubhüttenfest.
- Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und wurde saniert.
Tipps
- Beim Besuch der Rosenbaumschen Laubhütte in Zell am Main lohnt sich ein Abstecher in die engen Gassen des Alttors, um weitere historische Entdeckungen zu machen.
- Die Laubhütte im Judenhof ist ein denkmalgeschütztes Gebäude und sollte respektvoll betreten werden.
- In der Nähe befinden sich weitere Kulturdenkmäler, die sich gut mit einem Spaziergang durch das malerische Ortszentrum verbinden lassen.
Eigenschaften
Über Rosenbaumsche Laubhütte
Die Rosenbaumsche Laubhütte in Zell am Main ist ein bedeutendes Zeugnis jüdischer Kultur und Geschichte in der Region. Sie befindet sich im sogenannten Judenhof, dem ehemaligen Zentrum der jüdischen Gemeinde der Marktgemeinde. Das Bauwerk ist ein Relikt des religiösen Lebens der jüdischen Gemeinde, die im 19. Jahrhundert in Zell am Main eine eigenständige Kultusgemeinde bildete. Die Laubhütte selbst entstand im Zuge der Gründung dieser Gemeinde und wurde vom damaligen Gemeindeleiter Mendel Rosenbaum errichtet. Ursprünglich diente das Gebäude als Waschhaus und wurde später zu einer Sukka, einer rituellen Laubhütte, um das jährliche Laubhüttenfest zu feiern.
Die jüdische Gemeinde in Zell am Main hatte sich auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Unterzell niedergelassen, nachdem sie dieses im frühen 19. Jahrhundert erworben hatte. Neben der Synagoge und einer Mikwe umfasste das Ensemble auch Wohn- und Gemeindegebäude sowie die Laubhütte. Nach dem Rückgang der jüdischen Gemeinde um die Jahrhundertwende geriet das Gebäude in Vergessenheit, ehe es von der Familie Herrmann als Schuppen genutzt wurde. Erst im Jahr 2007 wurde die Laubhütte von der Gemeinde Zell am Main erworben und einer umfassenden Restaurierung unterzogen, die unter anderem die ursprünglichen Wandmalereien und die Dachkonstruktion wieder sichtbar machte.
Die Rosenbaumsche Laubhütte ist ein eingeschossiger Massivbau mit flachem Satteldach, dessen ursprüngliche Funktion als Waschhaus im 17. Jahrhundert datiert wird. Der Umbau zur Sukka erfolgte jedoch erst im 19. Jahrhundert. Religiös steht die Laubhütte im Kontext des jüdischen Laubhüttenfestes Sukkot, eines der wichtigsten Feste im jüdischen Kalender. Es erinnert an die Zeit des Volkes Israel in der Wüste und wird durch das Wohnen in provisorischen Hütten gefeiert. Die Laubhütte in Zell am Main ist somit nicht nur ein architektonisches, sondern auch ein tief religiöses und kulturelles Denkmal.
Seit 2014 ist die Laubhütte offiziell als Baudenkmal freigestellt. Ein eigens gegründeter Freundeskreis setzt sich seit 2008 für die Erforschung und Erhaltung des Gebäudes ein. Neben Restaurierungsarbeiten wurde auch eine Wanderausstellung konzipiert, die den Besucherinnen und Besuchern Einblicke in die Geschichte der Laubhütte und der jüdischen Gemeinde in Zell am Main ermöglichte. Diese wurde unter anderem im Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim sowie im Würzburger Rathaus gezeigt.
Die Rosenbaumsche Laubhütte steht im Zentrum des historischen Judenhofs und ist Teil eines kleineren Ghetto-ähnlichen Ensembles, das die Lebenswelt der jüdischen Gemeinde dokumentiert. Sie gilt als eines der wenigen erhaltenen Bauwerke dieser Art in Bayern und zeugt von der Vielschichtigkeit der lokalen Geschichte. Mit einer Bewertung von 5,00 von 13 Rezensionen wird die Stätte als besonders sehenswert eingestuft. Besucher berichten von der Vielfalt kleiner Entdeckungen in Zell am Main – nicht zuletzt in den engen Gassen des Altsitzes, wo die Laubhütte verborgen liegt.