Stadtpark

Lennéanlage

Roßpl., 04103 Leipzig

Highlights

  • 1909 entstand hier das Gellert-Denkmal, 1914 das Schiller-Denkmal mit allegorischen Figuren; beide prägen die Hauptachse, während die Universitätsstraße die ursprüngliche Lenné’sche Planung stört.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Zugang zur Lennéanlage.
  • Die Hauptsichtachse führt von der Anlage aus zum Turm des Neuen Rathauses und bietet einen historischen Blick auf die Pleißenburg.
  • Das Schiller-Denkmal in Höhe der Neumarkt-Abzweigung zeigt allegorische Figuren, die für künstlerische und philosophische Konzepte stehen.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Naturpark Leipzig: Lennéanlage – Ausflugsziel Natur

Die Lennéanlage in Leipzig ist ein historisch bedeutender und landschaftlich reizvoller Park, der von den Leipzigern liebevoll als „Schillerpark“ bezeichnet wird – ein Name, der sich jedoch nicht offiziell durchgesetzt hat. Benannt nach dem preußischen Gartenkünstler Peter Joseph Lenné, einem der prägendsten Gestalter deutscher Landschaftsarchitektur, entstand die Anlage im frühen 19. Jahrhundert als radikale Neugestaltung eines bereits seit 1790 gärtnerisch strukturierten Bereichs. Lenné setzte sich mit den Stadtverordneten für eine Erweiterung des ursprünglichen Konzepts ein, um ein „wirklich Schönes“ zu schaffen – ein Ziel, das bis heute die ästhetische Wirkung der Anlage prägt.

Ein markantes Element der Lennéanlage ist die Moritzbastei, eine um 1550 errichtete Festungsanlage des Hieronymus Lotter, die seit den 1970er Jahren als Standort von Leipzigs größtem Studentenclub dient. Von hier aus erschließt sich eine der Hauptachsen des Parks, die direkt zum Turm des Neuen Rathauses – einst Teil der Pleißenburg – führt. Ursprünglich war die Sichtachse noch weiter ausgebaut, etwa in Richtung des Schneckenbergs am nahen Augustusplatz, doch die heutige Gestaltung bleibt beeindruckend symmetrisch und harmonisch. Im Zentrum der Anlage thront seit 1909 ein Denkmal für den Leipziger Dichter und Philosophen Christian Fürchtegott Gellert, das als malerischer Mittelpunkt der Hauptachse dient.

Die Lennéanlage ist jedoch nicht frei von Eingriffen in Lennés ursprüngliche Planung. Die Führung der Universitätsstraße und des Neumarkts mitten durch den Park unterbrach die geschlossene Gestaltung und trennte ihn in Teilbereiche. Während Lenné ursprünglich von doppelten Baumreihen als Übergang zu den angrenzenden Stadtstrukturen ausging, verlor die Anlage diese später vollständig. Erst seit den 1990er Jahren wurden denkmalpflegerische Maßnahmen ergriffen, um wenigstens eine einfache einfassende Baumreihe wiederherzustellen und die historische Wirkung zu erhalten. Diese Restaurierungen unterstreichen das Engagement für den Erhalt eines der bedeutendsten grünen Schätze Leipzigs.

Ein weiteres kulturelles Highlight der Lennéanlage ist das Schiller-Denkmal von Johannes Hartmann, das seit 1914 an der Abzweigung zum Neumarkt steht. Die allegorischen Figuren des Denkmals symbolisieren „Erhabenheit“ und „Tragik“ – Themen, die eng mit dem Werk Friedrich Schillers verbunden sind. Obwohl der Name „Schillerpark“ im Volksmund verankert ist, bleibt die Lennéanlage ein Ort der historischen Gartenkunst, der Naturerlebnis und kulturelle Identität vereint. Mit ihrem Rollstuhlgerechten Zugang und der gelungenen Verbindung von Geschichte, Architektur und Grünfläche ist sie ein beliebter Ausflugsort für Einheimische und Besucher gleichermaßen.

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