Denkmal/Gedenkstätte

Das Doppel-M

Prager Str. 145, 04317 Leipzig

Highlights

  • Das ikonische Doppel-M wurde 1917 vom Grafiker Erich Gruner als Logo für Leipzig entworfen und später als 27 m hohe Skulpturen 1965 auf der Messe errichtet.
  • Ein drehbares Doppel-M ziert seit 1972 das Wintergartenhochhaus am Hauptbahnhof und ist über die Stadtgrenzen sichtbar.
  • Das Doppel-M prägt seit 1917 als Markenzeichen Leipzigs – von Logos bis zu monumentalen Skulpturen.

Tipps

  • Die historischen Doppel-M-Symbole auf dem Gelände der ehemaligen Technischen Messe Leipzig bieten einen markanten Blickfang und spiegeln die 800-jährige Geschichte der Stadt wider.
  • Das Doppel-M im Wintergartenhochhaus am Hauptbahnhof zeigt durch seine drehbare Konstruktion eine moderne Interpretation des klassischen Logos und ist von weiter Ferne sichtbar.
  • Die original erhaltene Fassade des ehemaligen Garte-Kunstverlags aus dem Jahr 1908 dokumentiert die frühe Ära der Leipziger Ansichtskartenproduktion und steht unter Denkmalschutz.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Leipzig: Das Doppel-M entdecken

Das Doppel-M ist eines der markantesten und bekanntesten Wahrzeichen Leipzigs – ein Symbol, das tief mit der Stadtgeschichte verwoben ist. Ursprünglich entworfen vom Grafiker Erich Gruner im Jahr 1917 als Logo für die Firma Carl Garte, entwickelte es sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem ikonischen Motiv, das immer wieder neu interpretiert wurde. Besonders prägend war die Gestaltung für die 800-Jahr-Feier Leipzigs 1965, als drei riesige, 27 Meter hohe Doppel-M-Strukturen auf dem Gelände der ehemaligen Technischen Messe Leipzig errichtet wurden. Diese monumentalen Installationen spiegeln den Stolz der Stadt auf ihr 1165 verliehenes Stadt- und Messeprivileg wider und sind bis heute ein markantes Element im Leipziger Stadtbild.

Ein weiteres, besonders auffälliges Doppel-M ziert das Wintergartenhochhaus am Hauptbahnhof, das zwischen 1970 und 1972 entstand. Das sich drehende Gebäude überragt mit seiner Höhe die Stadtgrenzen hinaus und ist von weitem sichtbar – ein technisches Meisterwerk der DDR-Architektur. Während das Messe-Doppel-M statisch wirkt, verkörpert das Hochhaus-Doppel-M Dynamik und Moderne, zwei Seiten einer Medaille, die Leipzigs vielfältige Geschichte widerspiegeln. Beide Bauwerke verbinden so die Tradition des Logos mit architektonischer Innovation und machen das Doppel-M zu einem unverwechselbaren Identitätssymbol der Stadt.

Hinter dem Doppel-M verbirgt sich zudem eine reiche Firmengeschichte, die eng mit Leipzigs kultureller und industrieller Entwicklung verbunden ist. Die Carl Garte-Firma wurde 1874 als Kunstverlagshandlung gegründet und wurde später zur führenden Kunstanstalt für Ansichtskarten – ein Genre, das Leipzig im 19. und 20. Jahrhundert international bekannt machte. Besonders prägend war die Ära um 1905, als der Sohn des Gründers, Carl Hans Garte, die Firma modernisierte und zu einem führenden Unternehmen der Branche ausbaute. Die Verbindung von Kunst, Handwerk und kommerziellem Erfolg zeigt, wie Leipzig als kulturelles Zentrum auch wirtschaftliche Innovationen vorantrieb.

Ein weiteres historisches Gebäude mit Bezug zum Doppel-M ist das ehemalige Fabrik- und Verwaltungsgebäude an der Nonnenstraße, das heute unter Denkmalschutz steht. Ursprünglich als Produktionsstätte für Strickmaschinen genutzt, entstand hier 1922 ein markantes Bauwerk mit zwei charakteristischen Fahrstuhltürmen – ein Zeugnis der industriellen Blütezeit Leipzigs. Die Fassade, die im Stil der damaligen Zeit gestaltet wurde, wurde 1999 nach einer umfassenden Sanierung restauriert und erstrahlt nun wieder in ihrer ursprünglichen Eleganz. Heute dient das Gebäude als Ort für publikumswirksame Veranstaltungen, die die Entwicklung der leipziger Industrie und Handwerksgeschichte lebendig halten.

Das Doppel-M ist somit mehr als nur ein Logo – es ist ein Stück Leipziger Identität, das sich in Architektur, Wirtschaft und Kultur widerspiegelt. Ob als gigantische Messeinstallation, als Drehscheibe am Hauptbahnhof oder als historisches Fabrikgebäude: Jede Variante erzählt eine eigene Geschichte und verbindet Vergangenheit mit Gegenwart. Wer Leipzig besucht, wird das Doppel-M als stetes Erkennungsmerkmal wiedererkennen – ein Symbol, das die Stadt seit über einem Jahrhundert prägt und das ihre besondere Ausstrahlung ausmacht.

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