Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums der Universität Leipzig
Highlights
- Die Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums Leipzig zählt mit über 800 historischen Stücken zu den größten deutschen Sammlungen antiker Skulpturen.
- Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und jahrzehntelanger Notunterbringung wurde die Sammlung 1999 in einem neuen Depot wiederaufgebaut und dient seitdem Lehre und Forschung.
- Die Abgüsse ermöglichen 1:1-Vergleiche griechisch-römischer Originale und sind als dreidimensionale Objekte von allen Seiten erforschbar – ein einzigartiger Wert für Studierende.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt in die Ausstellung.
- Rollstuhlgerechte Sitzgelegenheiten stehen in der Sammlung zur Verfügung, um längere Betrachtungsphasen zu erleichtern.
- Induktive Höranlagen unterstützen Besucher mit Hörbeeinträchtigungen bei der Informationsaufnahme zu den Exponaten.
Eigenschaften
Antikenmuseum Leipzig: Gipsabguss-Sammlung entdecken
Die Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums der Universität Leipzig zählt zu den bedeutendsten Sammlungen ihrer Art in Deutschland. Ursprünglich gehörte sie zu den größten und prägendsten Abgussbeständen des Landes, bevor sie im Zweiten Weltkrieg schwere Verluste erlitt. Die Sammlung umfasst heute noch rund 800 historische Gipsabgüsse griechischer und römischer Skulpturen – ein einzigartiges Archiv antiker Kunst, das Studierende und Forscher:innen für Lehr- und Forschungszwecke nutzt.
Besonders wertvoll sind die Abgüsse, da sie Originale im Originalmaßstab 1:1 nachbilden und als dreidimensionale Objekte von allen Seiten erlebbar machen. Während Fotografien nur zweidimensionale Ansichten bieten, ermöglichen die Gipsmodelle einen direkten Vergleich und ein tiefes Verständnis der antiken Bildwerke. Die Sammlung entstand im 19. Jahrhundert als zentrale Lehrsammlung für die Archäologie und war lange Zeit Teil des öffentlichen Erscheinungsbilds der Universität.
Nach der Zerstörung des Universitätshauptgebäudes 1968 und jahrzehntelanger Notunterbringung litten die Abgüsse unter hohen Verlusten und Schäden. Erst Anfang der 1990er Jahre fand die Sammlung einen neuen Standort, wo sie seither für Forschung genutzt wird. Seitdem wird an der Wiederherstellung der Sammlung gearbeitet, um sie auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Sammlung spiegelt damit nicht nur die Geschichte der Leipziger Universität, sondern auch die wechselvolle Stadtgeschichte wider.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Restaurierung und Rekonstruktion einzelner Stücke, wie der berühmten Psyche-Gruppe oder der Artemis von Gabii. Diese Werke waren einst Glanzstücke der Sammlung und sollen nun wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Gipsabgüsse ergänzen die Originale im Antikenmuseum und bieten so ein umfassendes Bild antiker Kunst – von der mythischen Victoria von Calvatone bis zu figürlichen Darstellungen wie dem Eros auf einem Kentauren.
Die Sammlung ist barrierefrei zugänglich und bietet Rollstuhlnutzer:innen sowie Menschen mit Hörbehinderung spezielle Hilfsmittel wie induktive Höranlagen und rollstuhlgerechte Sitzgelegenheiten. Neben der wissenschaftlichen Nutzung wird die Sammlung zunehmend auch für kulturelle Projekte genutzt, etwa durch Fotoshootings von Künstler:innen. So bleibt sie ein lebendiger Ort des Lernens, des Dialogs und der künstlerischen Auseinandersetzung – ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens Leipzigs.