Theater

Marlen Riedel : Theater / Audio / Pädagogik

Naumburger Str. 40, 06686 Plagwitz

Highlights

  • Marlen Riedel studierte 2004–2008 Theaterpädagogik an der Zürcher Hochschule der Künste.
  • Seit 2018 entstehen unter ihrer Mitwirkung Audiowalks wie ‚Verschlungene Dörfer‘ am Cospudener See.
  • Ihre Projekte verbinden Theater, Audio und lokale Geschichten – etwa zum Bowlingtreff Leipzig der Wendezeit.

Tipps

  • Die Veranstaltungen kombinieren theaterpädagogische Ansätze mit interaktiven Elementen für ein partizipatives Erleben.
  • Audiowalks bieten thematisch vertiefte Einblicke in lokale Geschichte und Kultur durch narrative Soundinstallationen.
  • Die Zusammenarbeit mit Künstler*innen ermöglicht experimentelle Formate zwischen Hörspiel, Performance und Stadtraum.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Kulturell Ganzjährig

Theater & Audio-Pädagogik in Plagwitz: Marlen Riedel

In Plagwitz verbindet die Künstlerin und Theaterpädagogin Marlen Riedel kreative Formate mit lokaler Geschichte – stets im Spannungsfeld zwischen Theater, Audio und partizipativer Bildung. Ihre Arbeit zeichnet sich durch eine einzigartige Verschmelzung von performativen Elementen und immersiven Erlebnissen aus, die Besucher*innen einladen, Stadtraum neu zu entdecken. Inspiriert von ihrer Ausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste mit Schwerpunkt Theaterpädagogik, entwickelt Riedel Projekte, die über klassische Bühnenpräsenz hinausgehen und stattdessen Alltagsorte zu Schauplätzen transformieren.

Ein zentrales Werkzeug ihrer Praxis sind Audiowalks, die sie gemeinsam mit Theatermacher*innen, Soundkünstler*innen und Videograf*innen konzipiert. Diese Hörspaziergänge laden Zuhörende ein, sich in die Geschichten eines Ortes einzuhören – etwa durch die Perspektive von Zeitzeug*innen oder durch fiktive Erzählstränge. Ein Beispiel ist der Audiowalk „Verschlungene Dörfer“ am Cospudener See, der im Sommer 2018 entstand und die verborgenen Narrative der Region aufgreift. Solche Projekte verknüpfen historische Schichten mit zeitgenössischen Fragen und machen unsichtbare Verbindungen im urbanen Gefüge sichtbar.

Besonders prägend ist Riedels Auseinandersetzung mit der Wendezeit und ihren Nachwirkungen. Ein Beispiel ist ihr Audiowalk zum ehemaligen Bowlingtreff Leipzigs, der in den 1990er-Jahren plötzlich schloss und damit ein Symbol für den radikalen Wandel der Stadtlandschaft wurde. Durch ihre Arbeit wird dieser Ort nicht nur als Relikt, sondern als Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche erfahrbar – eine Methode, die Pädagogik und Kunst gleichermaßen nutzt, um Teilhabe und Reflexion zu fördern.

Riedels Ansatz ist dabei stets partizipativ: Sie lädt Akteur*innen aus dem Viertel ein, eigene Geschichten einzubringen, und schafft so eine lebendige Wechselwirkung zwischen Künstler*innen, Bewohner*innen und Besucher*innen. Ob durch performative Elemente, experimentelle Soundcollagen oder interaktive Formate – ihr Werk zeigt, wie Theater und Audio gemeinsam Räume öffnen können, die zum Verweilen, Staunen und Mitdenken einladen. In Plagwitz wird so ein Ort der Begegnung zwischen Kunst, Geschichte und lokalem Erbe.

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