Denkmal/Gedenkstätte

Zur Heuwaage

Ritterstraße 50, 04109 Leipzig

Tipps

  • Das Gebäude in der Ritterstraße 50 ist ein sechsgeschossiges Eckhaus im Stil des Klassizismus und heute Wohn- und Geschäftshaus.
  • Die historische Heuwaage diente über 300 Jahre zur Bestimmung schwerer Lasten und war Teil des städtischen Waagensystems.
  • Nach dem Abriss des alten Fachwerks wurde 1856 das heutige Gebäude errichtet und später umfassend saniert.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Denkmal Leipzig Zur Heuwaage

Das Gebäude „Zur Heuwaage“ zählt heute zu den markanten Bauten in der nordöstlichen Leipziger Innenstadt und befindet sich im Stadtteil Mitte. Es steht an der Ecke Ritterstraße und Brühl und ist ein sechsgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, das stilistisch dem Klassizismus zuzuordnen ist. Mit sieben Fensterachsen zur Ritterstraße und vier zum Brühl präsentiert sich das Eckhaus als repräsentativer Stadtbau. Die Fassade ist gefast gestaltet, und die oberen vier Etagen verfügen über türhohe Fensteröffnungen. Im Erdgeschoss finden sich Ladenflächen, während das Dach mit Gauben versehen ist, die den Fensterachsen zugeordnet sind. Das Gebäude wurde in seiner heutigen Form 1856 errichtet, nachdem das frühere Waagegebäude abgerissen worden war.

Der Name „Zur Heuwaage“ erinnert an eine wichtige städtische Einrichtung, die hier über mehrere Jahrhunderte ihren Standort hatte. Bereits 1535 übernahmen mehrere Zünfte das Anwesen, um es als Kornhaus zu nutzen. Kurz darauf, im Jahr 1558, ließ der Rat der Stadt die sogenannte Heuwaage im Gebäude errichten. Diese diente dazu, schwere Lasten, gegebenenfalls einschließlich ganzer Wagen, zu wiegen. Die Waage war Nachfolgerin einer älteren Flachswaage, die bereits 1511 im Zusammenhang mit dem Brühl erwähnt wurde. 1619 erhielt die Waage ein neues Fachwerkbauwerk, das bis ins 19. Jahrhundert Bestand hatte und häufig gemeinsam mit dem benachbarten Georgenhaus abgebildet wurde.

Ein technisches Highlight der Waage war ihre Weiterentwicklung durch Jacob Leupold, einen in Leipzig lebenden Mechanicus, der 1716 vom Stadtrat beauftragt wurde, eine neue Waage für schwere Lasten zu konstruieren. Leupold baute eine Schnellwaage, die auf dem Prinzip unterschiedlicher Hebelarme beruhte. Dadurch war es nicht nötig, das gesamte Wägegut durch ein gleich schweres Gegengewicht auszugleichen. Stattdessen wurde ein verschiebbares Tariergewicht verwendet, um das Gleichgewicht herzustellen und das Ergebnis an einer Skala abzulesen. Mit diesem System konnten vier verschiedene Wägebereiche abgedeckt werden, wobei eine Genauigkeit von einem Leipziger Pfund erreicht wurde. Leupold dokumentierte seine Konstruktion in einer ausführlichen Gebrauchsanweisung.

Das heutige Gebäude „Zur Heuwaage“ wurde nach dem Abriss des alten Waagehauses im Jahr 1856 errichtet und blieb auch während des Zweiten Weltkriegs weitgehend unbeschädigt. In der Zeit nach der Wende wurde es umfassend saniert und erfüllt heute sowohl Wohn- als auch Gewerbezwecken. Mit seiner klassizistischen Architektur und seiner zentralen Lage im Stadtteil Mitte ist das Haus ein kleines, aber feines Zeugnis der Leipziger Stadtgeschichte und ein beliebter Ort für Kulturinteressierte.

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Häufige Fragen zu Zur Heuwaage

Was ist 'Zur Heuwaage' in Leipzig?
'Zur Heuwaage' ist ein Wohn- und Geschäftshaus in der Leipziger Innenstadt, benannt nach der ehemaligen städtischen Großwaage, die dort über 300 Jahre stand. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Wo befindet sich 'Zur Heuwaage'?
Das Gebäude steht in der Ritterstraße 50, am südöstlichen Eck der Einmündung in den Brühl, im Herzen von Leipzig. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Welche architektonischen Besonderheiten hat 'Zur Heuwaage'?
Das sechsgeschossige Gebäude im Stil des Klassizismus verfügt über sieben Fensterachsen zur Ritterstraße, türhohe Fenster in den Obergeschossen und ein Walmdach mit Dachgauben. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Was ist die Leupoldsche Waage?
Die Leupoldsche Waage war eine von Jacob Leupold 1716 konstruierte Schnellwaage, die schwere Lasten mit hoher Genauigkeit wog und vier verschiedene Wägebereiche abdeckte. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia