Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Pfeddersheim mit Gedenktafel

Kleine Amthofstraße, 67551 Pfeddersheim

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge erinnert an die jüdische Geschichte ab dem Mittelalter; heute zeigt eine Gedenktafel an den Ort.
  • 1832 angelegt, ist der jüdische Friedhof Pfeddersheims mit der Synagoge eng verbunden – beide Zeugnisse jüdischer Präsenz.

Tipps

  • Die Gedenktafel informiert über die historische Bedeutung der Synagoge und die jüdische Gemeinde Pfeddersheims seit dem Mittelalter.
  • Ein Spaziergang durch das Ortszentrum zeigt weitere Spuren jüdischer Geschichte, etwa am ehemaligen Friedhof oder in Gewerbegebieten.
  • Die Gemeinde bietet Materialien zur lokalen Erinnerungsarbeit, die Einblicke in die Lebenswelt der jüdischen Einwohner des 19. und 20. Jahrhunderts vermitteln.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Pfeddersheim – Kulturdenkmal in Pfeddersheim

Die ehemalige Synagoge in Pfeddersheim ist ein bedeutendes historisches Denkmal, das an die jahrhundertelange jüdische Präsenz in der Region erinnert. Bereits im Mittelalter lebten hier jüdische Menschen, wobei erste urkundliche Erwähnungen aus dem 15. Jahrhundert vorliegen. Nach einer Unterbrechung im 17. Jahrhundert siedelten sich jüdische Familien wieder an und gehörten bis ins 19. Jahrhundert der Wormser Gemeinde an. Die Gemeinde entwickelte sich zu einem festen Bestandteil des Ortslebens, geprägt von Handel und Gewerbe – etwa durch Lebensmittelgeschäfte, Getreidehandlungen oder Manufakturwarengeschäfte.

Der Bau der Synagoge erfolgte 1843/44, was den Höhepunkt der jüdischen Präsenz in Pfeddersheim markierte. Die Gemeinde verfügte zudem über einen eigenen Friedhof, der bereits 1832 angelegt wurde. Im 19. Jahrhundert war ein Lehrer tätig, der neben der pädagogischen Arbeit auch als Vorbeter und Schochet fungierte – eine wichtige Rolle für die religiöse und kulturelle Selbstverwaltung der jüdischen Gemeinde. Die Synagoge diente als spirituelles Zentrum und Versammlungsort für die jüdische Bevölkerung.

Im frühen 20. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner jedoch stark ab. Während um 1900 noch 34 jüdische Menschen in Pfeddersheim lebten, sank diese Zahl bis 1929 auf nur noch 15. Die Gemeinde wurde schließlich aufgelöst, und die Synagoge verlor ihre ursprüngliche Funktion. Heute erinnert eine Gedenktafel an das ehemalige Gotteshaus und die Geschichte der jüdischen Gemeinde, die hier über mehrere Jahrhunderte Teil des Ortslebens war.

Die Gedenktafel vor Ort dokumentiert die Erinnerung an die jüdische Vergangenheit Pfeddersheims und unterstreicht die Bedeutung des Ortes als Teil der regionalen Geschichte. Die ehemalige Synagoge steht damit als Mahnmal für die Vielfalt der Gemeinschaften, die einst hier lebten, und lädt zum Nachdenken über die Kontinuität und Brüche jüdischer Geschichte in der Region ein. Die Verbindung zu Worms und anderen jüdischen Zentren zeigt zudem die Vernetzung der Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet.

Besucher können an diesem Ort die Spuren einer jahrhundertelangen jüdischen Tradition nachspüren, die eng mit dem wirtschaftlichen und sozialen Leben Pfeddersheims verwoben war. Die Gedenktafel und die erhaltenen Strukturen der Synagoge sind Zeugnisse einer Geschichte, die bis heute im kollektiven Gedächtnis der Region verankert ist. Der Ort bietet somit nicht nur einen Einblick in die Architektur und Rituale vergangener Zeiten, sondern auch in die Dynamik von Integration und Verfolgung, die das Schicksal jüdischer Gemeinden prägten.

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